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7. Regionalkonferenz Rechtsextremismus: Experten und engagierte Bürger diskutieren in Mölln

Thema: „Flüchtlinge im Fokus rechtsextremer und rechtspopulistischer Hetze und Gewalt"
Intensives Arbeiten auf der 6. Regionalkonferenz Rechtsextremismus in Lübeck. Foto: hfr

Mölln (pm). Bereits zum siebten Mal laden am Sonnabend, 21. November 2015, das Beratungsnetzwerk gegen Rechtsextremismus in Schleswig-Holstein, das RAA-Regionalzentrum für demokratische Kultur Westmecklenburg, das Ratzeburger Bündnis, der AWO Landesverband Schleswig-Holstein und der Kinder und Jugendschutz des Kreises Stormarn ein interessiertes und engagiertes Fachpublikum und Bürger zur „Regionalkonferenz Rechtextremismus“ ein. Gastgeber sind dieses Mal die Stadt Mölln und das Lebenshilfewerk Mölln-Hagenow, das sein „Haus der sozialen Dienste“ für die Konferenz ganztägig zur Verfügung stellt.

„Ich freue mich, dass dieser Austausch hier in Mölln stattfindet – zwei Tage vor dem 23. Jahrestag der rassistischen Brandanschläge in Mölln, bei denen im Jahr 1992 drei türkische Frauen beziehungsweise Mädchen ermordet wurden. Auf diese Weise wird von Mölln ausgehend ein positives Signal gesetzt, dass wir uns den aktuellen Herausforderungen stellen und wachsam auf die aus den 90er Jahren bekannten Tendenzen reagieren“, begrüßt Möllns Bürgermeister Jan Wiegels alle Konferenzteilnehmer in Mölln.

Die Regionalkonferenzen gibt es seit 2012 und sie werden wechselweise übergreifend in den Kreisen Herzogtum Lauenburg, Stormarn, Nordwestmecklenburg, Ludwigslust sowie in der Hansestadt Lübeck durchgeführt. Hintergrund dieser Konferenzen ist die Erkenntnis der weitreichenden Vernetzungsstrukturen von Neonazis in der Region, die keinen Halt vor Kreis oder Landesgrenzen machen. Dies führt zu der notwendigen Schlussfolgerung, dass eine wirksame Arbeit gegen rechte Strukturen nur möglich ist, wenn sich auch die fachlichen und zivilgesellschaftlichen Akteure in dieser Weise mit ihren Aktionen und in einem kontinuierlichen Austausch vernetzen.

Die siebte Regionalkonferenz Rechtsextremismus in Mölln hat sich als Schwerpunkt das Thema "Flüchtlinge im Fokus rechtsextremer und rechtspopulistischer Hetze und Gewalt" gesetzt. In verschiedenen Ganztagesseminaren werden Experten und Fachreferenten aus Sachsen-Anhalt, Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Hamburg und Schleswig-Holstein die aktuellen Strategien von Rechtsextremisten in der Flüchtlingsdiskussion aufzeigen, Erkenntnisse aus der jüngsten „Mitte-Studie“ der Friedrich-Ebert-Studie vermitteln, Antiziganismus sowie antimuslimischen Rassismus thematisieren.

Erstmalig wird es zudem einen Jugendworkshop im Rahmen der Regionalkonferenz geben, der von den „Demokratiescouts“ des Vereins Miteinander leben e.V. organisiert und durchgeführt wird. „Hass im Netz – Wie rechte Hetze im Internet radikalisieren will“ wird hier der Titel lauten. Hier unterstützt der Kreisjugendring als Träger des Bundesprogramms „demokratie leben“ im Rahmen der „Demokratiepartnerschaften im Lauenburgischen“.

Unverzichtbar für den laufenden Diskurs zum Thema Rechtsextremismus ist auch immer die Einbindung von Schule. Daher legt ein weiterer Workshop gezielt für Lehrkräfte den Fokus auf „Schule ohne Rassismus – Was kann Schule wirklich leisten?“.

Parallel zur Regionalkonferenz führt das RAA-Regionalzentrum für demokratische Kultur Westmecklenburg ein Fach- und Beratungsgespräch zum Thema „Rechtsextremismus in den Kommunen begegnen“ für kommunale Verantwortungsträger durch.

Die Teilnahme an der Regionalkonferenz ist kostenfrei, jedoch aus organisatorischen Gründen nur mit obligatorischer Voranmeldung unter sauer@ratzeburg.de möglich. Hier erfahren Interessierte auch alle Details zu den einzelnen Workshop- und Seminarangeboten. Die Veranstalter behalten sich vor, Personen, die rechtsextremen Parteien oder Organisationen angehören oder der rechtsextremen Szene zuzuordnen sind, von der Veranstaltung auszuschließen.