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Aktiv gegen Streusalz

Beate Schicker will dafür sensibillisieren, dass der Einsatz von Streusalz die Bäume schädigt. Foto: Anders

Mölln (aa). Wie angekündigt, war am gestrigen Sonnabend die Möllnerin Beate Schicker in der Innenstadt aktiv, um über Nebenwirkungen beim Einsatz von Streusalz aufzuklären. Mit Flyern bewaffnet, sprach sie Passanten an, um diese für das Thema zu sensibilisieren und sich vielleicht sogar mit einer Unterschrift gegen den Einsatz von Streusalz auszusprechen.

Der Einsatz von Streusalz im Winter ist schädlich für Pflanzen und Tiere. Auf diese Kernaussage ließ sich die Aktion von Beate Schicker reduzieren. „Mir war schon in den letzten Jahren aufgefallen, dass die Bäume auf dem Möllner Bauhof und entlang der Hauptstraße schon früh im Jahr kahl und frei von Laub sind“, so die Aktivistin, „und da im Winter viel Salz gestreut wird, habe ich einen Zusammenhang vermutet.“ Sie nahm das zum Anlass und begann die Bäume und Streumaßnahmen im Winter 2012/2013 zu dokumentieren und fotografisch festzuhalten. „Die Salzablagerungen waren noch bis in den Mai hinein zu sehen. Dann kam der Laubaustrieb. Da habe ich gesehen, dass einige Bäume an der Straße weniger Laub ausbildeten. Ab Juli sah man dann die Schäden: Vertrocknungen und gelbe Ränder an den Blättern.“ Das Salz müsse nicht der einzige Grund für diese Veränderungen sein, aber es spiele eine wesentliche Rolle, habe man ihr auch beim städtischen Grünflächenamt bestätigt. Und auch um die Tiere geht es ihr. Wenn man im Winter auf dem Gehweg beispielsweise humpelnde Hunde sieht, läge das häufig daran, da ihnen das Salz an den Pfoten brenne.

Beater Schicker: „Es geht mir nicht darum, zu meckern.“ Sie wolle auf niemanden mit dem Zeigefinger zeigen. Vielmehr gehe es ihr darum, ein Bewusstsein für die Problematik bei der Möllner Bevölkerung, der Stadtverwaltung und der Politik zu schaffen. Auch wenn das Interesse der Passanten am gestrigen Sonnabend eher überschaubar war, will Beate Schicker ihre Bemühungen fortsetzen. „Es soll weitergehen“, sagt sie. Denn auch wenn aufgrund des diesjährigen milden Winters nur wenig gestreut wurde, weiß sie, dass „die Bäume nicht plötzlich wieder gesund sind.“ So zeigt Beate Schicker auf Alternativen auf. Statt Salz, kann auch klassisch mit Sand oder Split die Glätte bekämpft werden. „Es gibt aber auch einen Hersteller, der organisches Salz herstellt, das sich im Boden umweltverträglich verhält“, informiert Beate Schicker weiter. „ADDCON“ heißt die Firma aus Bonn. Basierend auf den organischen Salzen Kaliumformiat beziehungsweise Natriumformiat vertreibt das Unternehmen laut eigener Homepage Enteisungsmittel sowohl in flüssiger Form als auch als Granulat. Zum Preis schweigt sich die Firma hingegen an dieser Stelle aus, ein Katalog kann allerdings angefordert werden. Doch selbst, wenn diese Öko-Salze teurer sein sollten als das handelsübliche Salz, sollte hier nach Ansicht von Beate Schicker weiter gedacht werden: „Schließlich müssen auch die Kosten für die Anschaffung neuer Bäume berücksichtigt werden.“ Sie wird auch 2014 die Möllner Bäume wieder durch das Jahr begleiten, dokumentieren und informieren und vielleicht steht sie zur nächsten Aktion auf dem Möllner Bauhof nicht so allein da?