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Bilanz zu 25 Jahren EU-Förderung in Mecklenburg-Vorpommern

Brüssel (pm). Bei einer Expertendiskussion in Schwerin haben am Donnerstag Vertreter von Land und EU-Kommission die Bedeutung der EU-Fördermittel für den wirtschaftlichen Aufholprozess Mecklenburg-Vorpommerns in den letzten 25 Jahren betont. Der für Regionalpolitik und Stadtentwicklung zuständige Direktor bei der EU-Kommission, Erich Unterwurzacher, erklärte: „Alleine in der Förderperiode 2007-2013 hat das Land mehr als 1,2 Milliarden Euro aus dem Europäischen Regionalfonds investiert und damit 10.000 neue Arbeitsplätze geschaffen und über 20.000 gesichert.“

Der Chef der Staatskanzlei in Mecklenburg-Vorpommern, Dr. Christian Frenzel, sagte: „Wir durchlaufen derzeit die fünfte EU-Förderperiode seit 1991. Am Ende dieser fünf Förderperioden wird das Land insgesamt rund zehn Milliarden Euro aus dem Europäischen Regionalfonds, dem Europäischen Sozialfonds, dem Europäischen Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raums und dessen Vorgängerprogrammen erhalten haben. Diese EU-Mittel haben ganz erheblich dazu beigetragen, dass sich unser Land wirtschaftlich positiv entwickelt hat.“ Jeder Euro aus den Strukturfonds erbringe langfristig eine Rendite von etwa 1,85 Euro.

Bit Blick auf die künftige Ausrichtung der EU-Förderung erklärte Direktor Unterwurzacher: „Mecklenburg-Vorpommern hat seit der Wende mehr als 4,5 Milliarden Euro aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung erhalten. Während sich in früheren Jahren die EU-Förderung auf den Ausbau der Infrastruktur konzentriert hat, stehen heute die Innovations- und Unternehmensförderung im Vordergrund. Insbesondere mittelständische Unternehmen sollten durch die EU-Förderung ihre Marktchancen weltweit verbessern und so neue Arbeitsplätze schaffen.“

Als EU-geförderte Erfolgsprojekte nannte Unterwurzacher die Firma Cortronik aus Warnemünde, die Stents zum Einsatz bei koronaren Herzkrankheiten entwickelt hat. Ein andere Beispiel ist das Rostocker Unternehmen EEW Special Pipe Constructions, das Weltmarktführer bei der Herstellung von Riesenrohren für Windkraftanlagen ist.

Zur Auswahl der Projekte, die EU-Förderung erhalten, erklärte der Chef der Staatskanzlei: „Die Landesregierung entscheidet nicht allein über die Vergabe der EU-Mittel. Zum Begleitausschuss gehören Wirtschaftsverbände und Gewerkschaften, Umwelt- und Bauernverbänden, Kirchen oder Einrichtungen für Gleichstellungsfragen. So wird EU-Politik vor Ort hier in MV mit dem Sachverstand aller gesellschaftlich relevanten Gruppierungen umgesetzt.“