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'Davon verstehe er als Schuster nichts'

Dieser Schuster im Museum für vergessene Arbeit in Steinhorst ist auch heute noch immer ein Profi. Foto: Friedrich J. Flint

Einen schnellen Spruch, den wohl die meisten kennen, gesagt oder schon mal gehört haben: „Schuster, bleib bei deinen Leisten“. Aber wo war nun die Wiege des Schusters mit den Leisten? Er soll zur Zeit Alexanders des Großen etwa 356/323 v. Chr. einen berühmten griechischen Maler Apelles auf die Finger geschaut haben, als er eines seiner Bilder fertig gestellt hatte und ausstellte.

Der Künstler versteckte sich daraufhin in der Nähe, um unbemerkt die Meinung der Bürger zu erfahren. Ein Schuster erklärt, auf dem Gemälde sei ein Schuh nicht richtig dargestellt. Diese Kritik nahm Apelles an. Er berichtigte sein Werk. Kurz darauf war der Schuster wieder da. Doch diesmal hatte er noch mehr zu kritisieren: die Form der Beine, die Kleidung und noch einiges mehr. Da trat Apelles hervor und sagte: "Schuster, bleib bei deinem Leisten!"

Was wollte er damit andeuten? Leisten sind die Modellmuster des Schusters, die er braucht, um neue Schuhe anzufertigen. Somit wies Apelles den Schuster darauf hin, dass er als Spezialist die die abgebildeten Schuhe bemängeln dürfe - nicht aber den Rest des Gemäldes.