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Die Arterhaltung steht bei 'Adebar' an erster Stelle

Wo bleibt sie nur wieder? Herr Adebar wartet auf seine Störchin. Fotos: Friedrich J. Flint

Der Nusser Klapperstorch ist schon seit dem 18. Februar zurück in seinem Erstwohnsitz, im  wohl  schönsten Nistplatz an der Steinau auf der alten Tabak-Trocknungsanlage in der Gärtnerei von Naturliebhaber und Storchenfreund Ulrich Stange. Störche sind in erster Linie ihrem Horst treu und kommen jedes Jahr wieder, also ein Eigenheim im Grünen mit einer schönen Aussicht auf den Nusser Dom und auf die Steinau.

Die Männchen sind als Erste zurück. Wenn möglich, fangen sie sogleich mit den Renovierungsarbeiten am Horst an - also wenn nichts dazwischen kommt. Denn Herr Adebar wartet nur etwa eine Woche auf die Rückkehr der Störchin. Wenn sie dann nicht pünktlich ist und nicht zurückkehrt, nimmt er sich die nächstbeste Störchin, die sein Nest anfliegt. Denn die Arterhaltung steht bei ihm an erster Stelle und ist sein größtes Ziel. Deshalb wird er nicht alleine bleiben, wenn sich die Gelegenheit bietet.

In Märchen, Fabeln und Legenden spielt der Weißstorch seit eh in der Geschichte der Menschen eine große Rolle. Vielerorts gilt der Weißstorch als Glücksbringer. Der Sage nach werden häufig die kleinen Kinder vom Klapperstorch gebracht. Im Elsass werden die ebenfalls vom Storch überbrachten Kinder nur abgesetzt, wo der Storch noch Elsässisch reden hört, „wie d’r Schnawwel g’wachse isch“, sonst fliegt er weiter. Im übrigen Frankreich kommt der Weißstorch hauptsächlich als Durchzieher vor und brütet nur selten. Entsprechend gilt er dort auch nicht als Bringer der Kinder. Im Baltikum deutet man den Überflug eines Storches direkt über den Kopf einer jungen Frau als Hinweis auf eine Schwangerschaft. In Thüringen übernimmt der Storch die Aufgaben des Osterhasen.

Home sweet Home: Nusser Wohnungsitz in Toplage mit bester Aussicht ist wieder bewohnt.