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Doku-Dienstag in Mölln: 'Die Unsichtbaren'

In der Anonymität der Großstadt wird Eugen (Aaron Altaras) unsichtbar. Foto: Tobis

Mölln (pm). Berlin 1943 - das Nazi-Regime hat die Reichshauptstadt offiziell für „judenrein“ erklärt. Doch einigen Juden gelingt tatsächlich das Undenkbare. Sie werden unsichtbar für die Behörden. Im Rahmen der Reihe „Doku-Dienstag“ zeigt das Kino in Mölln im deutschen Dokumentarfilm „Die Unsichtbaren“ ihre Geschichte.

Oft ist es pures Glück und jugendliche Unbekümmertheit, die sie vor dem gefürchteten Zugriff der Gestapo bewahrt. Nur wenige Vertraute wissen von ihrer wahren Identität. Da ist Cioma Schönhaus, der heimlich Pässe fälscht und so das Leben dutzender anderer Verfolgter zu retten versucht. Die junge Hanny Lévy blondiert sich die Haare, um als scheinbare Arierin unerkannt über den Ku’damm spazieren zu können. Eugen Friede verteilt nachts im Widerstand Flugblätter. Tagsüber versteckt er sich in der Uniform der Hitlerjugend und im Schoße einer deutschen Familie. Und schließlich ist da noch Ruth Gumpel, die als Kriegswitwe getarnt NS-Offizieren Schwarzmarkt-Delikatessen serviert. Sie alle kämpfen für ein Leben in Freiheit, ohne wirklich frei zu sein.

Der mit dem Prädikat „Besonders Wertvoll“ ausgezeichnete Film „Die Unsichtbaren“ ist ein außergewöhnliches Doku-Drama, dessen Drehbuch auf Interviews basiert, die Regisseur Claus Räfle und Ko-Autorin Alejandra López mit Zeitzeugen geführt und in ihren Film integriert haben. Filmstart ist am Dienstag um 19.30 Uhr im Augustinum.