Share |

EU-Erwerbstätigenquote steigt zum ersten Mal seit der Finanzkrise an

Brüssel (pm). 2014 stieg die Erwerbstätigenquote der Bevölkerung im Alter von 20 bis 64 Jahren europaweit zum ersten Mal seit der Finanzkrise an und erreichte 69,2 Prozent. Das EU-Statistikamt Eurostat hat die Daten aus der Arbeitskräfteerhebung 2014 heute (Donnerstag) vorgestellt.

Neue Spitzenwerte gab es auch bei der Erwerbstätigenquote von Frauen und der Altersgruppe von 55 bis 64 Jahren. Die Erwerbstätigenquote der Frauen ist seit 2010 kontinuierlich gestiegen und übertraf 2014 mit 63,5 Prozent den Spitzenwert von 62,8 Prozent aus dem Jahr 2008. Ähnlich wie bei den Frauen ist die Erwerbstätigenquote der 55- bis 64-Jährigen in der EU in den letzten Jahren stetig gestiegen, und zwar von 38,4 Prozent im Jahr 2002 auf 51,8 Prozent im Jahr 2014. Die stärkere Erwerbsbeteiligung älterer Arbeitnehmer ist auch eines der Ziele der Strategie Europa 2020 im Bereich Beschäftigung.

Ziel der Strategie Europa 2020 ist auch eine Erwerbstätigenquote von insgesamt mindestens 75 Prozent bei den 20- bis 64-Jährigen. Deutschland gehört zu den Mitgliedstaaten, die 2014 das Europa 2020-Gesamtbeschäftigungsziel bereits erreicht haben. Erwerbstätigenquoten über 75 Prozent wurden für Schweden (80,0 Prozent), Deutschland (77,7 Prozent), das Vereinigte Königreich (76,2 Prozent), die Niederlande (76,1 Prozent) und Dänemark (75,9 Prozent) gemeldet. Erwerbstätigenquoten unter 60 Prozent verzeichnen hingegen Griechenland (53,3 Prozent), Kroatien (59,2 Prozent), Spanien und Italien (jeweils 59,9 Prozent).

Die Erwerbstätigenquoten von Männern und Frauen wiesen 2014 in vielen Mitgliedstaaten nach wie vor erhebliche Unterschiede auf. Am geringsten waren diese noch bei den Männern und Frauen im Alter von 20 bis 64 Jahren in Finnland (mit -1,9 Prozentpunkten, Pp.), gefolgt von Litauen (-2,5 Pp.), Lettland und Schweden (jeweils -4,6 Pp.). Deutschland liegt mit -9,2 Prozentpunkten etwas unter dem EU-Durchschnitt von 11,5 Prozentpunkten.