Share |

Expertentipp: Sonderthema 'Grunderwerbsteuer'

Foto: hfr

Grundsätzlich fällt beim Kauf einer Immobilie die Grunderwerbsteuer an. Diese ist von Bundesland zu Bundesland unterschiedlich, in Schleswig-Holstein beträgt diese Steuer derzeit 6,5 Prozent der Kaufsumme. Doch es gibt Ausnahmen!

Wann muss keine Grunderwerbsteuergezahlt werden?
- Freigrenze: Kaufpreis bis EUR 2.500,-
- Schenkung mit Eintragung eines Nießbrauchrechtes (z.B. lebenslanges Wohnrecht)
- Erwerb durch Ehemann oder Ehefrau des Verkäufers – auch geschiedene im Rahmen einer Scheidung
- Übernahme durch Kinder (Verwandte gerader Linie)

Worauf muss keine Grunderwerbsteuer gezahlt werden?
Auf bewegliche Sachen muss keine Grunderwerbsteuer gezahlt werden. Hierunter könnten fallen: Einbauküche, Gartengeräte, hochwertige Lampen, Fahrradschuppen, Carport etc.

Im Notarvertrag sollten diese Gegenstände einzeln aufgeführt werden und mit einem Zeitwert belegt werden. So ist zum Beispiel eine 20 Jahre alte Einbauküche nur schwer mit einem Wert von 10.000 Euro zu benennen. Nehmen Sie realistische Werte für die Kaufkosten und versuchen Sie nicht durch überhöhte Kaufpreise der beweglichen Sachen die Höhe der Grunderwerbsteuer zu beeinflussen. Das kann zu Nachfragen des Finanzamtes führen. Ihr Notar wird Sie in dieser Hinsicht beraten.

Vorsicht bei der Finanzierung der Immobilie!
Die Bank wird sich möglicherweise nicht auf eine Finanzierung der beweglichen Gegenstände einlassen. Wenn dies der Fall ist, verlangt die Bank in der Regel einen höheren Eigenkapitalanteil für die Finanzierung. Das kann dazu führen, dass der Beleihungswert ein anderer wird und sich dadurch nachteilig auf die Zinsen auswirkt. Bei Nichtnennung der Gegenstände wäre eine Finanzierung der gesamten Summe zu einer besseren Eigenkapitalausstattung vorteilhaft.

Tipp für Hausbauer!
Wer Haus und Grundstück vom Bauträger erwirbt, zahlt die Steuern auf den gesamten Preis. Clevere, die erst ein Stück Land kaufen und anschließend den Bau in Auftrag geben, entrichten die Grunderwerbsteuer nur auf den Preis des Grundstücks.

Doch Vorsicht: In vielen Fällen unterstellen die Finanzämter, dass ein „einheitliches Vertragswerk“ vorliegt, und verlangen die Abgabe auf den Gesamtkaufpreis. Dazu gehören auch Aufwendungen im Zusammenhang mit der Baumaßnahme wie Vermessungs-, Makler- und Erschließungskosten. Auf Nummer sicher gehen Bauherren, wenn sie von vornherein das Grundstück kaufen und sich dann selbst um ein Bauunternehmen und die Handwerker kümmern, die in keiner Beziehung zum Verkäufer des Grundstücks stehen.

Lesen Sie auch:

Expertentipp: Das Bestellerprinzip - Nur bei Vermietung von Wohnraum

Expertentipp: Die Grunderwerbsteuer – was ist zu beachten

Expertentipp: Baulasten können teuer werden!

Expertentipp: Hoch gepokert und am Ende doch verloren?

Expertentipp: Immobilienverkauf - Privatverkauf, mehrere Makler oder doch Alleinauftrag?

Expertentipp: Wohngeld für Eigentümer – das sollten Sie wissen

Expertentipp: Mietausfall? Grundsteuererlass bis Ende März beantragen