Share |

FFH-Arten und europäische Vogelarten: Das Bachneunauge

Foto: hfr

Der Lebensraum des Bachneunauges wird zum Beispiel durch Gewässerausbau, Verrohrungen und Querverbaue beeinträchtigt. Durch eine intensive Gewässerunterhaltung wird vor allem Schwemmholz regelmäßig entfernt, wodurch die Anzahl geeigneter Larvalhabitate verringert wird. Ein hoher Forellenbestand wird ebenso als Beeinträchtigung angesehen.

Auch in unseren kleinen Bächen und Flußen im Lauenburgischen sind ein paar Exemplare dieser bedrohten Tierart beheimatet. Mit viel Fleiß von Angelvereinen und Naturschutzorganisationen wird dafür gesorgt, dass diese schützenswerte Tierart bei uns noch viele Jahre beheimatet bleibt. Was aber von allen vergessen wird, ist es die Bevölkerung aufzuklären. Zum Beispiel habe ich von einem örtlichen Angelverein erfahren, dass kleine Kinder diese Tiere gehältert haben, um damit zu spielen. Liebe Eltern, Ihre Kinder spielen mit einer sehr bedrohten Tierart. Wenn angehörige Mitglieder der Angelvereine darauf aufmerksam machen, möchte ich sie darum bitten, diese Hinweise Ernst zu nehmen und Ihren Kindern zu erklären, warum sie das nicht machen dürfen. Jeder Erwachene sollte wissen, dass Tiere nicht zum spielen da sind.

Das Bachneunauge ist auch unter dem lateinischen Namen Lampetra planeri bekannt. Die wurmförmigen Bachneunaugen gehören eigentlich nicht zu den echten Fischen, sondern zur Gruppe der Rundmäuler. Sie verdanken ihren Namen neun reihenförmig angeordneten, runden Körperöffnungen auf jeder Körperseite. Sieben davon sind Kiemenlöcher. Hinzu kommen noch je ein Geruchsorgan und ein Auge.

Bachneunaugen können 12 bis 17 Zentimeter lang werden. Anders als die Flussneunaugen bleiben die Bachneunaugen Zeit ihres Lebens im Süßwasser. Sie leben und laichen in den Oberläufen der Bäche. Die Larven der Bachneunaugen bezeichnet man als "Querder". Sie sind augen- und zahnlos und ernähren sich indem sie abgestorbenes Pflanzenmaterial und Algen aus dem Sand des Gewässerbettes filtern.

Die Querder leben etwa vier bis fünf Jahre und wandeln sich dann in die erwachsenen Bachneunaugen um. Dabei bilden sich Augen und Zähne aus, der Darm schrumpft und die Geschlechtsorgane entwickeln sich. Nach dieser Umwandlungsphase, die bis zu einem dreiviertel Jahr dauern kann, nehmen die Tiere keine Nahrung mehr auf. Die Eier werden an flachen Stellen im Sand- oder Kiesgrund abgelegt. Nach dem Laichen sterben die Tiere.

Bachneunaugen kommen in kleinen und mittelgroßen sauerstoffreichen Bächen der Mittelgebirge vor. Häufig sind sie mit Groppe und Bachforelle vergesellschaftet. Weitere Vorkommen findet man in sandigen Tieflandbächen, deren Untergrund nicht allzu hart ist.

Die wichtigsten Merkmale des Bachneunauges:

das Bachneunauge hat einen aalförmigen, bleistiftdünnen Körper ohne paarige Flossen

es besitzt einen Saugmund

es hat sieben Kiemenöffnungen hinter dem Auge

die Färbung der Oberseite ist dunkelblau bis grünlich

die Flanken sind gelblichweiß und die Bauchseite ist weiß

in der Laichzeit färben sich Mund- und (beim Weibchen) Afterregion rötlich

das Bachneunauge besitzt zwei Rückenflossen, die bei laichreifen Tieren aneinander stoßen

die Oberkieferplatte ist breit und besitzt an jeder Seite einen starken Zahn. An der Unterkieferplatte befinden sich meistens sieben (fünf bis neun) abgerundete, gleichgroße Zähne

die Mundscheibe weist nur obere Lippenzähne auf, die randständig sind. Die seitlichen äußeren und die unteren Lippenzähne fehlen

Die inneren Lippenzähne sind schwach entwickelt. Sie sind zwei- oder dreihöckerig. An der vorderen Zungenplatte sitzen an der Vorderkante an einer Einsenkung mehrere Zähnchen

das mittlere Zähnchen ist größer und breiter als die übrigen