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Grüne: Schutz des ganzen Duvenseer Moors muss gewährleistet sein

Duvensee (pm). Schon seit vielen Jahren gibt es Überlegungen in den unterschiedlichen Landesregierungen von Schleswig-Holstein, die besonderen naturschutzfachlichen Gegebenheiten des Duverseer Moors gegen Veränderungen durch landwirtschaftliche Nutzung abzusichern. Das berichten die Grünen in einer Meldung vom 11. Mai. Das Gebiet ist Bestandteil eines landesweiten Biotopverbundsystems. Die noch amtierende Koalition hat in den letzten Jahren das Verfahren zur Ausweisung eines Naturschutzgebietes so weit vorbereitet, dass der Abschluss in unmittelbare Nähe gerückt ist.

Allerdings fürchten laut Bündnis90/Grüne die anliegenden Landwirte Beschränkungen bei der Nutzung ihrer Flächen und lehnen ein Naturschutzgebiet ab. Stattdessen wollen sie selbst zusammen mit ihren Bürgermeistern über einen Verein den Schutz gewährleisten. Grüne: "Doch was bedeutet dies für die Erreichung der Schutzziele? Könnten diese auch ohne staatliche Regelung gleichsam in Privatinitiative gesichert werden? Wird hier nicht der Bock zum Gärtner gemacht?"

Die Kreistagsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen hat starke Zweifel an der Gewährleistung der Schutzziele durch einen Verein. Dazu sagt Kornelia Mrowitzky: „Das Gebiet ist wegen seiner landschaftlichen und naturgegebenen Einmaligkeit in Schleswig-Holstein ein Kleinod in unserem Kreis, das keine weiteren Veränderungen mehr tragen kann und darf. Die maßgebliche Beeinträchtigung der Moorkomplexe ist die laufende Entwässerung. Sie hat zu einem drastischen Rückgang von Tier- und Pflanzenarten geführt. Der Einhalt der durch Nutzung geprägten Veränderungen kann nur durch ein weiträumig angelegtes Konzept gewährleistet werden. Unsere Befürchtung ist, dass ein Verein lediglich punktuell den Schutz derjenigen Flächen vorsieht, die ohnehin nicht durch den Menschen nutzbar sind.“

Die grüne Kreistagsfraktion argumentiert, dass mit dem Duvenseer Moor eine hinsichtlich Nährstoff- und Wasserhaushalt vielfältige Offenlandschaft und eine an sie gebundene charakteristische Fauna vorliegen. Zu nennen seien insbesondere Nasswiesen und artenreiches Grünland. Diese Biotoptypen könnten gleichzeitig Bruthabitate für Vogelarten wie Großer Brachvogel, Bekassine, Kiebitz, Braunkehlchen und Wiesenpieper und wichtiges Nahrungshabitat für Vogelarten wie Weißstorch, Kranich und Rotmilan sein. Weitere charakteristische Tierarten der feuchten Niedermoorlandschaft seien beispielsweise Amphibienarten wie Moor- und Laubfrosch. Der Erhalt dieser inzwischen zur Seltenheit gewordenen Biotope mit ihren Bewohnern müsse großräumig gewährleistet werden.

Klaus Tormählen von der Grünen Kreistagsfraktion ergänzt: „Uns gibt zu denken, dass Vertreter des Vereinsgedankens die Schutzbedürftigkeit des Moors geleugnet haben. Wir würden aber gern im Gespräch bleiben und uns freuen, wenn es eine einvernehmliche Lösung zur Sicherstellung der wie im Fachgutachten formulierten Ziele kommt. Dazu ist am 17. Mai bei einer Informationsveranstaltung des Landesamtes unter Mitwirkung von Minister Dr. Robert Habeck in der Duvenseer Schmiede Gelegenheit. Beginn ist 18 Uhr.“