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Heißes Geschenk für die Nusser Feuerwehr

Spenden machten es möglich: Eine hochwertige Wärmebildkamera ergänzt ab sofort die Ausrüstung der brandlöschenden Lebensretter
(v.l.) Wehrführer Alexander Vogt und der Nusser Bürgermeister Lars Wunsch freuen sich über die neue Wärmebildkamera. Schornsteinfegermeister Jens-Uwe Reimers startete die Spendenaktion. Foto: Verena Künstner

Nusse (pm). Wo Feuer ist, ist auch Rauch – doch der kann den 37 aktiven Nusser Feuerwehrkameraden bei künftigen Einsätzen die Sicht nicht mehr vernebeln. Bei der diesjährigen Jahreshauptversammlung im Nusser Schützenheim überreichte Jens-Uwe Reimers dem Wehrführer Alexander Vogt und dem Nusser Bürgermeister Lars Wunsch eine Wärmebildkamera.

Durch ihre spezielle Technik wandelt sie Wärmestrahlung in ein sichtbares Bild um und garantiert damit auch bei Dunkelheit und starker Rauchentwicklung ein rasches Erkennen von Brandherden, Objekten und Personen. Der Nusser Jens-Uwe Reimers ist Schornsteinfegermeister und arbeitet bereits seit Jahren mit solchen Kameras. „Ich weiß daher, wie sinnvoll sie sind“, sagt er. „Als ich erfahren habe, dass unsere Wehr noch nicht damit ausgestattet ist, bin ich aktiv geworden. Schließlich braucht eine Feuerwehr, die so professionell arbeitet wie unsere, auch eine professionelle Ausrüstung.“

Ohne lange zu überlegen startete Reimers einen umfangreichen Spendenaufruf. Mit Erfolg: Innerhalb weniger Monate kam der Großteil der Anschaffungskosten zusammen. Den noch fehlenden Betrag übernahm die Gemeinde. Der Dank von Wehrführer Alexander Vogt gilt allen Spendern, die mit ihrer finanziellen Hilfe zur allgemeinen Sicherheit beitragen.

108 Einsätze fuhren die Kameraden der Nusser Feuerwehr im vergangenen Jahr. Davon wurden in 85 Fällen die First Responder, also die Erstretter der Feuerwehr, angefordert. Sie werden alarmiert, wenn Menschenleben in Gefahr sind oder der Rettungsdienst voraussichtlich länger als zwölf Minuten benötigt, um vor Ort einzutreffen. „In dieser Hinsicht gehört Nusse leider noch immer zu den am schlechtesten versorgten Gebieten im Herzogtum Lauenburg“, sagt Wehrführer Vogt. Bereits Anfang vergangenen Jahres kritisierte er die mangelhafte Versorgungslage, die er gegenüber dem Kreis als Träger des Rettungsdienstes in einem „guten Gespräch nochmals deutlich vermitteln konnte“. Laut Vogt bleibe nun abzuwarten, wie der Neubau und die damit verbundene Verlegung der Rettungswache in Mölln (Eröffnung voraussichtlich im vierten Quartal 2018, Am Brook 1) die Situation verändere.

Dass ein Abschied nicht endgültig sein muss, bewies bei der Jahreshauptversammlung die (Wieder-)Begrüßung der Nusser Polizeiwachen-Besatzung. Die Wache sollte im Zuge der Polizeireform im Sommer 2017 geschlossen werden. „Bei der letzten Versammlung haben wir uns von Wolfgang Zymelka verabschiedet“, sagt Wehrführer Alexander Vogt. „Jetzt dürfen wir ihn zum Glück wieder begrüßen!“ Die Wache in Nusse bleibt erhalten. Oberkommissar Zymelka, der bereits langjährige Erfahrung als Polizist in Nusse hat, arbeitet dort nach der Pensionierung seines Kollegen Uwe Gode nun mit Markus Zierke zusammen. Der 42-jährige Ratzeburger hat sich bereits gut mit seinem neuen Revier angefreundet und stellte sich mit ein paar Worten den anwesenden Gästen vor.

Zu denen gehörten neben Fördermitgliedern und Spendern, Feuerwehrkameraden aus Ritzerau, Mannhagen, Trittau und Mölln, dem stellvertretenden Amtswehrführer und Wehrführer der Walksfelder Feuerwehr, Ralf Querfurth, auch der Nusser Gemeindepfarrer Tobias Pfeifer. Er hob die besondere Verbundenheit zwischen Kirche und Feuerwehr hervor.

Zu Klängen des Feuerwehr-Musikzuges Nusse/Ritzerau fanden außerdem folgende Wahlen, Ehrungen und Beförderungen statt: Sven Wunsch wurde einstimmig als Jugendwart wiedergewählt und außerdem neben seinem Kameraden Marco Neumann für 20-jährige aktive Mitgliedschaft geehrt. Oberfeuerwehrfrau Nicole Ehlers ist jetzt stellvertretende Jugendwartin. Ebenfalls wieder gewählt wurde Kassenwart Jörg Hack, der damit auch künftig für die immer umfangreicher werdende Finanzverwaltung zuständig ist. Gruppenführer Jürgen Lachmann engagiert sich seit 20 Jahren zusätzlich als Sicherheitsbeauftragter und erhielt dafür eine Ehrung. Marco Neumann wurde zum Löschmeister, André Lange und Marc Ebel wurden zu Oberfeuerwehrmännern befördert.

„Toll wäre es, wenn sich bald noch eine gute Lösung für die viele Verwaltungsarbeit finden lässt, um die wir uns im Vorstand mehr und mehr kümmern müssen“, sagt Alexander Vogt. In Ratzeburg sei eine Verwaltungsstelle für Feuerwehrangelegenheiten in Planung. „Das wäre auch für das Amt Sandesneben-Nusse sinnvoll“, so der Wehrführer. „Damit wir uns mit unserer ganzen Energie den wirklich wichtigen Aufgaben widmen können.“