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Imposante Fotoausstellung im Amt Sandesneben

Eröffnung der Fotoausstellung im Amtsgebäude in Sandesneben. Bis zum 6. Januar 2016 sind hier im ersten Stock von Montag bis Freitag von 8 bis 18 Uhr fantastische Ausnahmen über die große Anzahl von Rastvögeln, die sich in der Moorniederung zwischen Duvensee und Labenz im Winter aufhalten, zu sehen. Foto: hfr

Sandesneben (pm). Am 17. November wurde im Regionalzentrum im Amt Sandesneben eine imposante Foto-Ausstellung über die Rast- und Zugvögel eröffnet. Der Amtsvorsteher Hardtke und Beate Lezius von der Naturschutzstation in Mölln begrüßten die zirka 30 Gäste und bedankten sich bei allen Unterstützern - vor allem bei Renate Andresen, die sich für die Ausstellungseröffnung in Sandesneben eingesetzt hatte.

Der langjährige ehrenamtliche Betreuer und Ornithologe dieses Gebietes Dr. Peter Aldenhoff berichtete leidenschaftlich über die landesweite Bedeutung dieses Flachsees bei Duvensee für die Rast- und Zugvögel, die bei dem weiten Flug von Skandinavien und Sibirien hier Halt machen und neue Energien zum Weiterflug tanken. Das Amt Sandesneben ist eben nicht nur „Regionalzentrum“, sondern im Amtsgebiet liegt auch ein Internationales Zentrum für tausende von durchziehenden Rastvögeln, die aus allen Teilen der Welt zeitweise zu uns kommen.

Zu beobachten sind diese Vogelarten natürlich mit den entsprechenden Lauten am besten mit Fernglas und Spektiv draußen in der Landschaft- am „Pappelweg“ zwischen Duvensee und Klinkrade. Gerade jetzt, wo sich wieder Wasser in der Niederung sammelt, stellen sich sofort tausende von Vögeln ein. Wasser ist Leben- und lebenswichtig. Wer es etwas einfacher möchte, schaut sich die Fotos im Amt an.

Über 40 Großaufnahmen von verschiedenen Wildgans- und Wildentenarten, Kranichen, Seeadlern, Kiebitzen, Kampfläufern direkt im überstauten Flachsee der Duvenseeniederung aufgenommen, sowie Brutvögel wie der Kuckuck in seltenen interessanten Farbvarianten und zum Beispiel der Neuntöter beim Füttern eines Jungvogels wurden jetzt im Flur des Amtsgebäudes – als erste Ausstellung in diesem Gebäude - ausgestellt.

Bereits im Januar diesen Jahres wurde diese Ausstellung mit Fotos von namhaften Natur- Fotographen aus der Region (Buchhorn, Hecker, Thoms, Hagge, Sturm, Sass) in der Schmiede in Duvensee gezeigt. Zu bestaunen ist diese Rastvogelausstellung noch bis zum 6. Januar 2016 im ersten Stock des Amtes Sandesneben von Montag bis Freitag von 8 bis 18 Uhr.

Veranstalter ist die Naturschutzstation Lauenburgische Landschaften in Mölln. Finanziert hat diese Ausstellung das MELUR (Ministerium für Energiewende, Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume) in Kiel. 


Kommentare

Als gebürtige Lübecker und ebenfalls dort aufgewachsene hatten wir auch als Städter immer in irgendeiner Form Kontakt mit der Natur. Sei es, dass wir als Kinder Eidechsen, Frösche, Molche oder Stichlinge gefangen haben, um sie in selbstgebastelten Terrarien oder Aquarien zu beobachten, oder später durch die Nähe des Waldes Kontakt mit vielen Wildtieren hatten. Der Bau eines Gartenteiches brachte dann die Kindheit zurück, indem sich Frösche und Molche ansiedelten. Seit fünf Jahren wohnen wir nun in Klinkrade. Als Neuankömmlinge fiel uns als erstes das Storchennest auf. Bei unseren Rundgängen mit dem Hund hörten wir dann seit langem (oder war’s sogar zum ersten Mal?) die Rufe der Kraniche. Im folgenden Frühjahr erklang dann aus der Ferne ein „Froschkonzert“, Töne, die wir auch seit langem nicht gehört hatten. Wir sind den Lauten gefolgt und haben zum ersten Mal in unserem Leben einen Schwarm Kraniche auf einem Feld ganz in der Nähe stehen sehen. Diese Tiere quasi direkt in der Nachbarschaft..., einfach unglaublich. Die Formationsflüge der Gänse und Kraniche..., unglaublich faszinierend. Dann noch ein Rotmilan auf dem Wegweiser am Fliegenberg..., nicht zu fassen. Wir sind keine Hobby-Biologen oder –Vogelkundler. Wir erfreuen uns einfach an der schönen Natur. Zugegeben: Im Laufe der Zeit hörten und sahen wir nicht mehr so richtig hin. Wenn unser Besuch fragte, was das denn für Tierlaute sind und die Antwort mit einem uninteressierten „Aha“ quittiert wurde, dachten wir uns auch nichts dabei. Im Zuge der Auseinandersetzungen um die Windräder wurde uns die Bedrohung unseres schönen Umfeldes wieder bewusst. Die Weigerung unserer Gemeindevertretung, sich für die Einrichtung des Duvenseer Moores als Naturschutzgebiet einzusetzen und die Absicht von Nachbargemeinden sogar direkt dagegen vorzugehen, verstärkt dieses Bewusstsein. Es stimmt schon: Wir wachen oftmals erst dann auf, wenn es uns selbst oder unsere direkte Umgebung betrifft. „Besser jetzt als nie“, mir fällt nichts anderes als diese abgedroschene Formulierung ein. Ich kann nur jedem empfehlen, sich die Ausstellung zum Duvenseer Moor im 1. Stock des Sandesnebener Amtsgebäudes anzusehen. Wir können dort unglaublich schöne Fotos bestaunen. Fotos, die wir sonst nur aus Zeitschriften kennen, die aus fernen Regionen berichten. Diese sind aber quasi vor unserer Haustür entstanden. Wir sollten alle Frau Lezius und die Naturschutzstation Mölln, die unter der Federführung des Kreises und des Ministeriums tätig sind, in ihrem Einsatz für das Naturschutzgebiet Duvenseer Moor nach Kräften unterstützen. Die Personen, die das aus wirtschaftlichen Interessen verhindern wollen, sei es für den Bau von Windrädern oder die landwirtschaftliche Nutzung, sollten keine Chance haben. Wolfgang Tempel, Mitglied des Arbeitskreises Öffentlichkeitsarbeit der Bürgerinitiative „Unsere Dörfer gegen WKA“