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Kinderarmut im Kreis steigt - DGB fordert endlich wirksame Maßnahmen

Herzogtum Lauenburg (pm). Weihnachten steht kurz bevor und auch in diesem Jahr werden nicht alle Kinderaugen leuchten können. Im Gegenteil: Die Kinderarmut im Kreis Herzogtum Lauenburg steigt immer weiter. Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) fordert deshalb endlich wirksame Maßnahmen zu ergreifen, um die Zahl armer Kinder zu verringern.

„Die jährlichen Spendenaktionen zu Weihnachten sind zwar schön und gut aber in einem reichen Land wie Deutschland dürfen Kinder nicht auf Almosen angewiesen sein. Sie haben das Recht, nicht in Armut aufwachsen zu müssen“, fordert Simone Kroll-Schilke, Vertreterin des DGB-Kreisverbandes Lauenburg.

Die letzten drei Jahre waren von Erfolgsmeldungen aus der Wirtschaft und vom Arbeitsmarkt geprägt. In der gleichen Zeit ist aber die Zahl der Kinder unter 15 Jahren, die im Kreis Herzogtum Lauenburg in Bedarfsgemeinschaften leben, kontinuierlich um mehr als 13 % Prozent auf fast 3.800 angestiegen (Stand: August 2017). Als arm gelten aber außerdem Kinder, die Anspruch auf Leistungen aus dem sogenannten Bildungs- und Teilhabepaket haben. Dazu gehören Kinder, für die der Kinderzuschlag gezahlt wird und die Wohngeld, Sozialhilfe oder Leistungen nach dem Asylbewerberleistungsgesetz erhalten. In Schleswig-Holstein ist damit etwa jedes vierte Kind arm. Vor allem Kinder von Alleinerziehenden sind oft von Armut betroffen. In Schleswig-Holstein sind laut Statistischem Bundesamt knapp 40 Prozent der Alleinerziehenden und ihre Kinder von Armut bedroht.

„Die steigende Kinderarmut in wirtschaftlich starken Zeiten ist skandalös. Wir fordern seit langem ein wirksames Aktionsprogramm gegen Kinderarmut. Das Bildungs- und Teilhabepaket ist unzureichend und zu bürokratisch.“, erklärt Simone Kroll-Schilke und fordert: „Wir brauchen niedrigschwellige Angebote und Maßnahmen für Kinder und ihre Eltern. Wir brauchen nicht immer mehr Bürokratie.“ Die Gewerkschafterin kritisiert damit auch, dass die Jobcenter in immer größerem Maße finanzielle Mittel in den Verwaltungsetat umschichten, die eigentlich für die Qualifizierung der Leistungsberechtigten und ihre Eingliederung in Arbeit gedacht sind. Es dürfe nicht vergessen werden, dass bei den Eltern angesetzt werden muss, wenn Kinderarmut wirksam bekämpft werden soll.

Simone Kroll-Schilke: „Das beste Mittel gegen Armut sind gute Arbeit für alle und Löhne, von denen Eltern ihre Kinder ernähren können. Dafür werden sich die Gewerkschaften des DGB im Kreis Herzogtum Lauenburg weiterhin stark machen.“