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Kunstwerke für Zuhause: 25 Jahre artothek

Der Vorsitzende des LKV, Dr. William Boehart, und die Leiterin der artothek, Regine Bonke, freuen sich über das 25jährige Bestehen der artothek im Herzogtum Lauenburg. Foto: Anders

Mölln (aa). Die artothek des Lauenburgischen Kunstvereins (LKV) kann diesen Monat ihr 25jähriges Bestehen feiern. Anlässlich dieses Jubelmonats sind von heute an (25. April) in den Schaufenstern, Am Bauhof 4, sowie in weiteren Geschäften der Möllner Innenstadt einige ausgewählte Kunstwerke ausgestellt.

„Als wir damals im April 1989 anfingen, hatten wir kein Geld, keinen Raum, kein Personal, nur gute Ideen, viel Enthusiasmus und die Hoffnung auf Unterstützer“, beschreibt Mitinitiatorin und Leiterin der artothek, Regine Bonke, die Anfänge der artothek. Unzählige Briefe an Künstler wurden damals geschrieben, in denen diese um einen Beitrag zur artothek gebeten wurden. Zum Start der artothek waren dann tatsächlich bereits über 200 Bilder beisammen, teilweise Leihgaben der Künstler, aber auch viele Schenkungen. Heute ist der Bestand der artothek auf gut 600 Bilder von 260 Künstlern angewachsen, alles Originale. Die Werke sind sowohl lokaler als auch internationaler Herkunft von Weltkünstlern wie Leon Golub aus NewYork bis zu regionalen Größen. Die artothek des LKV ist mittlweile die drittgrößte von insgesamt acht artotheken in Schleswig-Holstein, zudem die einzige in einem Flächenkreis und die größte Sammlung zeitgenössischer Kunst im Kreis Herzogtum Lauenburg.

Artotheken ermöglichen eine Teilhabe am geistigen Diskurs der Zeit, sie sind eine Schule des Sehens, befördern Auseinandersetzung mit der zeitgenössischen Kunst und den Fragen, die sie aufwirft, kurz sie sorgen für Freude und mehr Bildung im weitesten Sinne. Und das ohne jede Schwellenangst und ohne dickes Portemonnaie. Bilder sind eben einfach das Glück an der Wand, beschreibt der LKV das Konzept anlässlich des Jubiläums. „Es macht einfach Spaß, mit Originalkunstwerken zuhause zu leben. Und es ist nicht elitär, jeder kann das für Zuhause haben“, ergänzt der Vorsitzende des LKV, Dr. William Boehart. So lässt sich für nur vier Euro ein Originalbild für ein Vierteljahr ausleihen. Zudem könne man ausprobieren, ob einem ein bestimmtes Kunstwerk oder auch der Stil eines bestimmten Künstlers langfristig gefällt, bevor man es kauft.

„Zur Eröffnung 1989 hatten wir ganz Mölln unter Kunst gesetzt, um die artothek bekannt zu machen“, erinnert sich Regine Bonke. 178 Bilder wurden dafür in diversen Geschäften aufgehängt. Das war einerseits eine Werbemaßnahme, andererseits Mittel zum Zweck, da noch eine passende Räumlichkeit fehlte. Doch schnell wurde dann ein kleiner Raum im Stadthaus zur Verfügung gestellt. Im Jahr 1991 folgte schließlich der Umzug in größere Räume in der Stadtbücherei. „Die Stadt Mölln ist unser wichtigster Partner“, stellt Dr. William Boehart fest.

Analog zu den Öffnungszeiten der Stadtbücherei hat die artothek daher immer dienstags und freitags, von 15.30 bis 17.30 Uhr geöffnet. Die 600 Bilder stehen hier in Regalen, die Motive können über einen losen Blattkatalog angesehen werden, bevor man sich entscheidet und ein Bild ausleiht. Wie in der Bücherei muss man nicht nur eine Leihgebühr entrichten, sondern sich auch einmalig registrieren. Aktuell hat die artothek 300 registrierte Nutzer.

Die ausgestellten Bilder in der Innenstadt sind über einen Zeitraum von zwei Wochen zu sehen. Zu finden sind diese bei Geertz Optik, bei Hasenkamp, im Einrichtungsstudio Fischer, in der Buchhandlung Weber und in der Glaserei Mönnig.

Über die sonstigen Aktivitäten in der artothek informiert die Homepage des LKV unter http://www.l-kv.de/index.php?id=709.