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Leserbrief: Sind ehrenamtliche Vereinsvorstände kriminell?

Hinweis: Leserbriefe sind keine redaktionellen Meinungsäußerungen. Die Redaktion behält sich vor, Briefe zu kürzen.

Zum Artikel: "SPD Mölln diskutiert weiter über Sportförderung" vom 21.12.2017

'Sind ehrenamtliche Vereinsvorstände kriminell?' Diesen Eindruck versucht die SPD in ihrem Artikel zu erwecken und setzt die Ehrenamtler auf eine Stufe mit den Kriminellen, die ihr Geld am Fiskus vorbei auf den Bahamas oder anderswo parken. Gerade Frau Patzke sollte als langjähriges Mitglied und zeitweise Vorsitzende im zuständigen Ausschuss wissen, wie die Ermittlung des Mitgliederbestandes in Sportvereinen erfolgt. Warum informiert sie sich vor solch einer gravierenden  Aussage nicht bei ihren Sportexperten in  der Fraktion?

Sie möchte die Jugendarbeit lieber durch zweckgebundene Anträge finanzieren. Prima, warum hat sie dies nicht in der Vergangenheit getan, als die Anträge immer wieder abgelehnt wurden? Wo war Ihre Ja-Stimme in den letzten Jahren Frau Patzke?

Teilfinanzierung der Übungsleiter. Seit der Euroumstellung nicht angepasst, Zuschuß zur Anschaffung von Sportgeräten abgelehnt, Zuschuß zum Bau oder Sanierung von Vereinsgebäuden abgelehnt.

Zurzeit erfahren die Vereine durch die Politik (Stadt) nur eine geringe finanzielle Unterstützung in ihrer Jugendarbeit und sind nur auf ihre eigenen zur Verfügung stehenden Finanzmittel angewiesen. Diese Mittel kommen durch die Sportangebote für Erwachsene in den Verein. Und wenn die Vereine neue Wege suchen, um die erwachsenen Mitglieder im Sportverein halten zu können, was passiert dann? Dann kommen neue Steine, die in den Weg gelegt werden.  „So musste es jetzt unser ortsansässiger Großverein, bei der Gründung seiner Geräteunterstützten Fitness-Abteilung erfahren.“

Und als Höhepunkt schafft sich die Stadt Mölln einen durch Spendengelder finanzierten Bus an. Voller Stolz werden die Sponsoren vorgestellt. Sponsoren, die von den Aufträgen der Stadt abhängig sind, werden genötigt, große Summen für kleine Gegenleistungen zu zahlen. Hierbei stecken die beauftragten Werbefirmen Unsummen ein und nur ein Bruchteil landet dort, wo es gebraucht wird. (Dies geht auch günstiger, wie es die Vereine beweisen.) Ja, zum Wohle der städtischen Jugendarbeit.

Die Folge für die Vereine? Der Werbeetat der Firmen ist ausgeschöpft und die Vereine haben das Nachsehen. Ja, die Vereine können den Bus auch nutzen! Zum Nulltarif? Nein, die Gebühren fallen höher aus, als die Anmiete bei kommerziellen Anbietern beträgt.

Von der Politik und Verwaltung allein gelassen, müssen sich die vielen für die Vereine ehrenamtlich Tätigen doch fragen, warum sie sich noch engagieren. Traurig liebe Politik. Handelt schnell, sonst müssen die Jugendlichen bald alle im Jugendzentrum betreut werden. Und das wird teuer. Noch teurer, als es jetzt schon für die Stadt Mölln ist, die im Verhältnis zu den Vereinen keine Gruppe von Jugendlichen zu betreuen.

Werner Lange, Mölln