Share |

Mehr ‚E-Mobilität‘ wagen

Wer E-Auto fahren will, braucht auch zuhause eine spezielle Ladestation. Fotos: Anders

Sandesneben (aa). Einen kleinen Ausblick in die Zukunft und das, was jetzt schon möglich ist, gab es kürzlich beim "Tag der E-Mobilität" der Arbeitsgemeinschaft Mobilität des Amtes Sandesneben-Nusse. Wie bereits schon vor einem Jahr mit dem „Tag der erneuerbaren Energien“ in Labenz (Herzogtum direkt berichtete) setzt das Amt seinen Kurs fort und bietet den Bürgern Einblick in nachhaltige technische Lösungen.

Das Ziel der Veranstalter in diesem Jahr war es, auf die Möglichkeiten – weg vom Verbrennungsmotor, hinzu E-Mobilität – hinzuweisen, wie Diplom-Ingenieur Arduin Balasus, Klimaschutzmanager der Ämter Berkenthin und Sandesneben-Nusse, gegenüber Herzogtum direkt erläutert. Vor Ort anzutreffen waren unter anderem Anbieter von Elektro-Auto und E-Bikes, Anbieter von entsprechender Infrastruktur zur Energieerzeugung und Speicherung, sowie die Vereinigten Stadtwerke, die über ihr Ökostrompaket informierten. So fuhr regelmäßig ein E-Auto zwecks Testfahrt vom Parkplatz des Regionalzentrums.

Äußerst interessant war auch ein Gespräch mit Sascha Jenny von der Jenny AG aus Bad Oldesloe. Hier erfuhr der ahnungslose Benzin- oder Dieselautofahrer, dass ein Elektroauto mitnichten so einfach an die heimische Steckdose angeschlossen werden kann. „Höchstens zum Notladen“, verrät Jenny. Ansonsten sei eine reguläre Steckdose nicht für die benötigte Spannung ausgelegt, es bestünde unter Umständen sogar Brandgefahr. „Das Stromkabel ist nicht dafür ausgelegt 3.600 Watt zu liefern“, so Jenny weiter. Zudem sei die Ladedauer zu lange und der Akku könnte Schaden nehmen. Deswegen bietet der Elektrotechnikermeister Verkauf, Installation und Wartung von kleinen Ladestationen an. Die günstigste Variante liege bei rund 500 Euro. Wer darüber hinaus autark werden will, lässt sich von dem Oldesloer eine passende Solaranlage samt Energiespeicher gleich mit einbauen.

Zahlreiche aktuelle Modelle an E-Autos sind aufgrund der Akku-Kapazität beziehungsweise geringen Reichweiten eher als Zweitwagen für Kurzstrecken zu empfehlen.

Die Resonanz war an diesem Sonnabend trotz guter Witterung eher verhalten. „Das Ziel wurde heute nicht erreicht, die Menge der Besucher entspricht aber meiner Erwartung“, resümmierte Amtsvorsteher Ulrich Hardtke, „Wir müssen aber das Thema ‚E-Mobilität‘ mehr in die Köpfe der Bürger bekommen.“ So ist die Veranstaltung unter anderem vor dem Hintergrund zu sehen, dass in einigen der 25 Gemeinden des Amtes Sandesneben-Nusse die Anschaffung eines gemeindeeigenen E-Fahrzeuges geplant ist. Dieses soll den Bürgern für Fahrten, zum Ausprobieren beziehungsweise zum Einstieg in die Elektromobilität zur Verfügung stehen. Die Details zu diesen Plänen seien aber noch nicht ausgearbeitet. Hardtke: „Noch haben wir keine Patentlösung gefunden. Auf jeden Fall soll die Einstiegsschwelle flach sein. Aktuell sind wir noch in der Beschlussfassungsphase.“