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Mehr als nur ein hipper Trend

„Biokiste vegan – Meine Lieblingsrezepte“ - Bloggerin Franzi Schädel hat ein neues Buch geschrieben.
Franzi Schädel hat mit „Biokiste vegan – Meine Lieblingsrezepte“ Anfang 2017 ihr zweites Buch veröffentlicht. Fotos: hfr

Bäk (aa). Wer sich vegetarisch oder vegan ernährt, liegt voll im Trend. Dementsprechend wird auch in den Supermarktregalen die Auswahl an Sojaschnitzel, Gemüsebratlingen und anderen fleischlosen Fertigprodukten immer größer. Wer jedoch richig und mit frischen Zutaten kochen möchte, braucht vielleicht doch hin und wieder die eine oder andere Rezeptidee. Der Markt an Kochbüchern mit rein veganen Gerichten ist noch übersichtlich. Aber ein großes Ausrufezeichen setzte nun Franzi Schädel mit ihrem Anfang 2017 erschienenen „Biokiste vegan – Meine Lieblingsrezepte“.

Leser des Magazins „Unser Herzogtum“ werden Franzi Schädel als regelmäßige Autorin der Kolumne „Franzi trifft das Herzogtum“ kennen. Aber bereits seit Januar 2010 betreibt die hauptberufliche Hochzeitsfotografin aus Bäk bei Ratzeburg einen Blog mit dem Titel „Wo geht‘s zum Gemüseregal?“, der von durchschnittlich 11.000 bis 12.000 Lesern pro Monat verfolgt wird. Unter www.gemueseregal.de sind unzählige Rezepte und Tipps für vegetarische bis vegane Ernährung zu finden. „Als ich mit dem Blog anfing, ging es um den Start in ein vegetarisches Leben. Ich wollte kein Fleisch mehr essen und den Weg dahin dokumentieren. Ab 2012 war ich dann komplett vegetarisch und mein Blog auch. Dann wurde es ein rein veganer Blog, weil ich dann auch vegan war. Heute ist es so, dass die Rezepte im Blog mehr in den Hintergrund getreten sind und es geht verstärkt um nachhaltiges und plastikfreies Leben an sich, aber auch um kleine Reisen und kleine Auszeiten von mir. So ist es mehr ein Lifestyle-Blog geworden – wo es aber natürlich auch noch Rezepte gibt.“

Auf Anfrage des Kosmos Verlag brachte Franzi mit „Biokiste vegan – Meine Lieblingsrezepte“ nun ihr zweites Buch zu Papier, das seit Jahresanfang in den Regalen gut sortierter Buchhandlungen zu finden ist. Auf 144 ansprechend gestalteten Seiten gibt es leckere vegane Rezeptideen wie in ihrem Blog, nur eben offline. „Das sind alles Rezepte, die ich auch selbst kreirt habe. Neben neuen sind teilweise auch alte Rezepte von meinem Blog dabei, die aber noch ein bißchen überarbeitet wurden. Alles wurde selbst von mir gekocht, selbst fotografiert und selbst gegessen, von Freunden probegekostet, auch die Nachbarn haben viel abbekommen. Es sind einfache Rezepte, die jeder nachmachen kann“, versichert Franzi.

Dazu ist das Buch saisonal aufgebaut, eingeteilt in Frühling (zum Beispiel mit Spargel vom Grill), Sommer (unter anderem mit Zucchini-Pizza), Herbst (Mangold-Ravioli) und Winter (orientalischer Grünkohl). „Weil die ‚Biokiste‘ im besten Fall immer aus der Region kommt und nur wenig zugekauft wird. Ich richte mich daher ein bißchen nach den Produkten, die wir hier in Deutschland saisonal zur Verfügung haben.“ Klar, dass hier bei uns in Norddeutschland sich die Obst- und Gemüsepalette noch ein wenig zu Süddeutschland unterscheidet. Andererseits setzt sich mit diesem bundesweiten Kochbuch ja der Grünkohl doch noch Richtung ‚Weiß-Wurst-Äquator durch‘? Dazu gibt es „Specials“, wie man Pflanzenmilch selbst macht, über heimisches ‚Superfood‘ sowie über‘s Fermentieren.

Franzi: „Ich bekomme bereits viele schöne Rückmeldungen, wonach selbst Kinder die Rezepte gerne mögen. Ich habe letztens eine Nachricht von einer Mama bekommen, dass ihr Sohn, der sonst nur Nudeln mit Nichts isst, aufeinmal den Brokoli im Bierteig isst und den Rote-Beete-Burger liebt.“

Alle Fotos im Buch, auf denen die Autorin selbst zu sehen ist, sind übrigens auf dem Gelände der Domäne Fredeburg entstanden. „Das ist für mich ein wichtiger Ort ist“, erklärt Franzi Schädel, die im Hofladen der Domäne desöfteren einkauft. „Und ich beziehe auch selbst eine Biokiste seit vielen Jahren bei ‚Gemüse-Abo Graf‘ aus Panten“, verrät die Blogerin, „Ich versuche schon so viel bio wie möglich zu kaufen.“ Trotzdem ist sie auch immer mal wieder in Supermärkten mit gut sortierter Gemüseabteilung zu finden. „Es ist auch nicht das Thema, dass man immer nur perfekt einkauft“, so Franzi weiter.

Als Autorin ist die kürzlich von Mölln nach Bäk bei Ratzeburg gezogene Franzi Schädel bereits Wiederholungstäterin. Ende 2015 erschien, ebenfalls beim Kosmos Verlag, ihr Buch „Mein veganer Adventskalender“. Damals ein absolutes Novum in dieser Form. „Es lief sehr sehr gut. Es war auch die Idee dahinter, etwas auf den Markt zu bringen, was es so noch nicht gab“, erinnert sich Franzi Schädel. So gibt das Buch Anregungen, wie es möglich ist, vegan durch die Weihnachtszeit zu kommen. Inhaltlich reichen die Vorschläge von klassischem Weihnachtsgebäck, über schnelle Winter-Wohlfühl-Rezepte, bis hin zu kulinarischen Last-Minute-Geschenken und festlichen Menüs – natürlich ganz ohne tierische Produkte.

Lebt Franzi Schädel denn selber komplett vegan oder gibt es Ausnahmen? „Mittlerweile esse ich wieder vegan. Ich war eine ganze Weile ‚nur‘ vegetarisch unterwegs. Aber aufgrund von einigen Unverträglichkeiten und auch von meinen ethischen Grundsätzen her lebe ich seit einiger Zeit wieder komplett vegan“, gibt die 32-Jährige auf Nachfrage zu Protokoll.

Ist denn ‚vegan‘ nur ein hipper Trend oder ist es etwas, das der Gesellschaft erhalten bleibt? Franzi: „Einerseits ist es schon ein Trend. Aber hauptsächlich merke ich in meinem Freundes-, Familien- und Bekanntenkreis, dass die Leute sich inzwischen mehr Gedanken machen. Und mittlerweile kann man vor manchen Bildern nicht mehr die Augen verschließen. Die Leute fangen an nachzudenken und ich glaube, dass das noch viel viel verstärkter passieren wird. Deswegen glaube ich, dass vegane Ernähung noch lange ein Thema sein wird. Und ich wünsche mir das auch.“

Trittst du gegenüber ‚Fleischessern‘ missionierend auf? Franzi: „Ich glaube, ich bin die unkomplizierteste Veganerin, die man sich vorstellen kann. Ich werde zwar immer wieder gefragt, ‚oh, darf ich neben dir Fleisch essen?‘, aber da sage ich ‚mach doch!‘. Aber ich wünsche mir schon immer mehr, dass sie sich mehr Gedanken machten, dass die Menschen die Augen aufmachen und merken, was sie da konsumieren. Wenn man mit mir über das Thema reden möchte, dann spreche ich darüber und präsentiere auch Fakten. Aber ich sage jetzt niemandem, ‚weißt du eigentlich, dass dein Schnitzel mal Augen hatte?‘ Das ist sinnlos. Man erreicht die Menschen auch eher über gutes Essen. Das merke ich auch über die Reaktionen auf meinem Blog, wie: ‚Wir essen jetzt wegen deiner Rezepte zweimal die Woche weniger Fleisch‘. Das ist ein riesen Erfolg, der sich sicher nicht einstellen würde, wenn man immer die ‚Moralkeule‘ herausholen würde, aber dadurch, dass die Leute vom Essen überzeugt sind und merken, das schmeckt gut und das tut gut."

Biokiste vegan - Meine Lieblingsrezepte
gebundene Ausgabe, 144 Seiten
16,99 € inkl. MwSt

ISBN: 3440153630

Oder online hier bestellen.

Mein veganer Adventskalender
laminierter Pappband, 96 Seiten
12,99 € inkl. MwSt
ISBN: 978-3-440-14898-3
Kosmos Verlag

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