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Mit Herz und Engagement: 'Ratzeburger Willkommenskultur' erhält 'Bronzenen Löwen' 2016

Bürgervorsteher Feußner: "Es ging uns in Ratzeburg aber auch um eine menschliche Aufnahme der Flüchtlinge, die mehr als eine warme Wohnung bedeutet - um praktische Hilfe im neuen Lebensalltag, um Unterstützung beim Erlernen der deutschen Sprache und bei den ersten Schritten in ein selbstbestimmtes Leben über Praktika oder Ausbildungsplätze und vor allem um zwischenmenschliche, offene Begegnungen, um voneinander zu wissen und sich kennenzulernen.“ Fotos: Archiv

Ratzeburg (aa). Nachdem mit Christa Steinkamp (gründete vor über 20 Jahren die Hospizgruppe Ratzeburg-Mölln) vergangenen Jahr eine Einzelperson für ihre Verdienste geehrt wurde, erhielt in diesem Jahr wieder eine ganze Gruppe den 'Bronzenen Löwen' der Stadt Ratzeburg. Die Verleihung des Ehrenpreis geschah tradionell im Rahmen des Neujahrsempfang der Stadt am gestrigen Freitag (6. Januar).

„Vor nunmehr zweieinhalb Jahren wurde unsere Stadt vor eine große Herausforderung gestellt“, erklärte Bürgervorsteher Ottfried Feußner in seiner Laudatio, „Viele Menschen kamen zu uns als Flüchtlinge und bedurften unserer Hilfe. Dabei ging es natürlich erst einmal um Unterbringung und Versorgung. Eine Aufgabe, die die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Stadt Ratzeburg mit Unterstützung hauptamtlicher Institutionen wie der Migrationssozialberatung der Diakonie so vorbildlich und mit großem Einsatz annahmen und erfüllten. Es ging uns in Ratzeburg aber auch um eine menschliche Aufnahme der Flüchtlinge, die mehr als eine warme Wohnung bedeutet - um praktische Hilfe im neuen Lebensalltag, um Unterstützung beim Erlernen der deutschen Sprache und bei den ersten Schritten in ein selbstbestimmtes Leben über Praktika oder Ausbildungsplätze und vor allem um zwischenmenschliche, offene Begegnungen, um voneinander zu wissen und sich kennenzulernen.“

All diese Aufgaben könne keine Verwaltung allein durchführen. Dazu bedürfe es laut Feußner Menschen mit Herz und mit Engagement, Menschen die bereit sind, sich einzubringen, sich Zeit zu nehmen. Feußner: „Und in Ratzeburg und Umgebung gibt es davon ganz offensichtlich sehr viele, wie uns die Initiative der 'Ratzeburger Willkommenskultur' so eindrucksvoll gezeigt hat.“ 150 Bürger stellten sich zusammen mit der Stadt dieser Herausforderung „und tun dies immer noch mit nicht nachlassenden Engagemen: als Alltagspartner, in der Fahrradwerkstatt und im Begegnungscafé, als Sprachpartner oder Sprachdozenten in den zahlreichen Sprachkursen der Volkshochschule, die es mit so viel Erfolg ermöglicht, dass wir uns verständigen und verstehen können, als Lotsen in die Arbeitswelt und in den vielen freundschaftlichen Begegnungen, auf unserer Eisbahn mit dem Jugendbeirat, bei den gemeinnützigen Tätigkeiten im Baumpark oder imMedizinwald, bei der Nachhilfe für unsere DaZ-Schüler*innen sowie im DaZ-Café an unseren Schulen, bei der Kinderbetreuung in der Ernst-Barlach-Schule, beim gemeinsamen Sport, ob im Verein oder privat, oder auch im eigenen Zuhause einfach bei Essen und Gesprächen. Die Menschen der „Ratzeburger Willkommenskultur“ tun all dies, weil es ihnen wichtig ist, weil sie mitfühlen und nach ihren Kräften und Möglichkeiten helfen wollen. Das sagt so viel aus über unsere Stadt.“

Die Stadt Ratzeburg verleiht den bronzen Miniatur Löwen als Auszeichnung und Ehrung an Menschen, die sich um die Stadt und das Gemeinwohl verdient gemacht haben.