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Morddrohungen: Grüne fordern Aufklärung

Widerliche Nazischmierereien verunstalteten am Freitag das Ratzeburger Rathaus. Foto: hfr
Widerliche Nazischmierereien verunstalteten am Freitag das Ratzeburger Rathaus. Foto: hfr

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Ratzeburg (pm). Zu den Morddrohungen gegen die Pröpstin des Kirchenkreises, den Bürgermeister der Stadt Ratzeburg und den Sprecher des Ratzeburger Bündnisses sagt der frisch nominierte Listenkandidat für die Landtagsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen, Burkhard Peters: „Nach der Aufdeckung der Zwickauer Terrorzelle ist es unerträglich, dass Neofaschisten in unserem Kreis ihre antisemitischen und menschenverachtenden Parolen an öffentliche Gebäude schmieren und verdiente, engagierte Bürgerinnen und Bürger mit Morddrohungen überziehen. Wir fordern erhöhte Anstrengungen bei der Aufklärung und eine konsequente Bestrafung der Täter. Nach den Möllner Brandanschlägen, darf unser Kreis nicht erneut in den Fokus der Öffentlichkeit als Nest brauner Umtriebe gelangen. Nicht nur Polizei und Staatsanwaltschaft, sondern alle Bürgerinnen und Bürger sind zu erhöhten Wachsamkeit aufgerufen. Wir appellieren an die Menschen in unserem Kreis, sich mit dem Ratzeburger Bündnis zu solidarisieren und rechtsradialen Äußerungen entgegenzutreten.“

Nach Ansicht der Grünen müssten zusätzlich vermehrt Anstrengungen zur Stärkung der Demokratie unternommen werden, um den menschenverachtenden Machenschaften keinen weiteren Nährboden zu bieten. Ein wichtiger Schritt dahin sei die Beseitigung der sozialen Benachteiligung von Randgruppen.


Kommentare

Kann mich nur anschließen, seit Jahren macht das Linke Spektrum mit vielen Aktionen auf diese Problematik aufmerksam. Wer die Augen vor dem Terror von Rechts verschließt bekommt jetzt die Quittung dafür. Schade nur, dass die anhaltenden Angriffe auf Migranten und Linke in keiner Weise angesprochen werden. Kommt trotzdem alle auf den Ratzeburger Marktplatz um "Laut gegen Nazis" zu demonstrieren!

Ich finde es bezeichnend, dass der Landtagskandidat der Grünen den Bürgermeister, die Pröpstin und den Sprecher des Ratzeburger Bündnis als Opfer der Nazi-Morddrohungen erwähnt, aber den ebenfalls betroffenen Kreisfraktionsvorsitzenden der Linkspartei übergeht. Auch geht es ihm offensichtlich eher um das negative Bild des Kreises in der Öffentlichkeit, als um die tatsächlichen Gefahren, die von der rechtsradikalen Szene für alternativ aussehende Jugendliche oder ausländische EinwohnerInnen ausgehen. Echten Antifaschistinnen und Antifaschisten wird es schwer fallen, sich solch einem halbherzigen bürgerlichen Protest gegen die Nazi-Umtriebe in Ratzeburg anzuschließen. Ich hoffe, dass sich trotzdem viele an der für Sa., 21.1. um 10 Uhr geplanten Kundgebung auf dem Ratzeburger Markt beteiligen.