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Neues Ökokonto in Panten minimiert Flächenverbrauch

Am Mittwoch legte ein Bagger mehrere sandige Wärmeinseln frei. Der abgetragene Boden wurde zum Wall getürmt, auf dem ein Knick entstehen soll. Fotos: Anders

Panten (pm/aa). Bauvorhaben, wie Windkraftanlagen, Straßen oder Stromtrassen, greifen in die  Natur, in die Knicklandschaft oder in Gewässer ein und müssen ausgeglichen  werden, so sieht es der Gesetzgeber vor. Auf den Flächen der Stiftung Naturschutz  Schleswig-Holstein in Panten entsteht im Kreis Herzogtum-Lauenburg zu diesem  Zweck ein neues zirka 6,5 Hektar großes Ökokonto.

Mit einem Wall für einen 170 Meter langen neuer Knick entlang der Pantener Straße wurde am Mittwoch (24. Februar) bereits begonnen. Dazu kommen Steinhaufen, sonnenwarme, sandige Plätze zur Eiablage  für Wald- und Zauneidechse, flache Mulden, an denen der Kiebitz im Frühjahr  seinen Nahrung findet, wenn dort Wasser steht, und eine bunte Blumen- und Kräuterwiese  machen aus dem ehemaligen Acker ein neues Naturparadies in direkter Nachbarschaft zum Naturschutzgebiet., wie Bernd Struwe-Juhl, Flächenmanager bei der Stiftung Naturschutz Schleswig- Holstein, bei einer Ortbesichtigung erläuterte.

„Diese Fläche hat viele Vorteile: es fügt sich Keilförmig in bereits bestehende umliegende Naturschutzgebiete ein“, erläutert Dr. Peter Aldenhoff, der mit seinem Natur Plus e.V. Panten unter anderem die Naturschutzgebiete Pantener Moorweiher und Umgebung sowie das Hellmoor betreut. Da müsse man auch auf dem Ökokonto keine neuen ansiedeln, diese werden nämlich von den benachbarten Fläche selbstständig einwandern.

Ortsbesichtigung: (v.li.) Landschaftsplaner Gerrit Werhahn von der Ausgleichsagentur, Torsten Koop, Vorsitzender Bau- und Wegeausschuss Gemeinde Panten, Kreisnaturschutzbeauftragter Thomas Neumann, Dr. Peter Aldenhoff, Natur Plus e.V. Panten, und Bernd Struwe-Juhl, Flächenmanager bei der Stiftung Naturschutz Schleswig- Holstein.

Für eine dauerhaft gepflegte Wiese beziehungsweise eine offene Landschaft, auf der Gehölze nicht überhand nehmen, sorgen künftig eine Handvoll Angus-Rinder sowie einige Pferde von Landwirt Detlef Hack (Lämmerhof Panten) in dem Ökokonto. Seltenen Vögeln, wie Feldlerche; Goldammer, Bachstelzen und Neuntöter, Reptilien, unter ihnen die Ringelnatter, Insekten und zahlreichen Blütenpflanzen kommen diese Maßnahmen ebenfalls zu Gute.  Die Rinder und Pferde werden die Wiese von August bis Frühjahr als sogenannte Winterweide nutzen. Den Rest der Zeit gehört das Areal allein den beschriebenen Wildtieren.

Die Ausgleichsagentur Schleswig-Holstein, eine 100-prozentigen Tochtergesellschaft der Stiftung Naturschutz finanziert die Naturschutz-Maßnahmen und hält  mit den Ökokonten Flächenkomplexe für Bauträger von Großvorhaben bereit, die  bereits behördlich als Kompensation für Umweltschäden anerkannt sind. Wertvolle Nutzfläche wird so geschont, weil der gesetzlich geforderte Ausgleich ins Biotopnetzwerk der Stiftung integriert wird.