Share |

Neues Eulenspiegel-Buch erschienen

'Till Ulenspegel op Platt - Spijööken un Aventüern'

Mölln (pm). Die Geschichten und Abenteuer des weltbekannten und durch seinen Tod mit der Stadt Mölln eng verbundenen Schalksnarren Till Eulenspiegel erfreuen seit über 500 Jahren Jung und Alt. Als Autor des im 16. Jahrhundert erschienenen Schelmenromans gilt der 1467 in Braunschweig geborene und später dort  als Zollschreiber tätige Hermann Bote, der sich auch literarisch betätigte.

Es ist aber erwiesen, dass Bote zu seiner Zeit kaum in der Lage gewesen sein konnte, hochdeutsch zu schreiben. Wissenschaftler vieler Fachrichtungen haben in den folgenden Jahrhunderten bewiesen, dass die Übersetzung von Botes Handschrift von niederdeutscher Mundart  in die mittelhochdeutsche Sprache dem Franziskaner-Mönch Thomas Murner -ebenfalls Literat - zuzuschreiben ist. Murner hat dann die 96 Geschichten - Historien genannt - in der Druckerei Grüninger in Straßburg /Elsass, drucken lassen, mit der er stets zusammenarbeitete.

Auch wenn es heute viele Bücher mit Auszügen von Till Eulenspiegels Streichen gibt, die als Lese- und Erzählstoff für Kinder gedacht sind (z.B. von Erich Kästner), so war und ist Till Eulenspiegel nie allein eine Person für Kinderbücher. Seine Streiche, in denen er allzu oft alles wörtlich nimmt, als es sinngemäß zu erledigen, treffen stets die Richtigen: Handwerksmeister, Honoratioren und Personen hohen Standes, denen er wegen ihrer Arroganz den Spiegel vorhält. Aber auch scheinbar harmlose und gutmütige Menschen sind seine Opfer, die er wegen ihrer Dummheit und Leichtgläubigkeit verspottet. Die manchmal recht groben oder sogar unflätigen Handlungen aber entsprechen der moralischen Einstufung im Mittelalter. Das gilt auch für die sog. „Schiet-Streiche“, die er für harmloser hält, als die zuvor an ihm begangene Vedummung oder Demütigung.

Der Möllner Autor und „Plattsnacker“ Manfred Sahm hat jetzt die gedruckte Ausgabe von 1515 in eine heute lesbare Fassung unserer Plattdeutschen Sprache übersetzt. In dem Buch "Till Ulenspegel op Platt - Spijööken un Aventüern" sind auf 308 Seiten sowohl alle 96 Schelmenstreiche als auch die alten Holzschnitte zu den einzelnen Historien enthalten. "Als Mitglied im Niederdeutsch-Beirat der Stiftung Herzogtum Lauenburg und als Beisitzer im Vorstand der Eulenspiegel-Gilde Mölln war es mir ein Anliegen, nicht nur die niederdeutsche Sprache, sondern auch das Gedankengut des weltbekannten Schalksnarren Till Eulenspiegel zu verbreiten und zu fördern. Was also lag näher, als beides in einem Buch zu vereinen", so der Autor.