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'Noma' und Überraschungsfilm im Kino in Mölln

Die Koch-Poeten des Restaurants „Noma“ bei der Arbeit. Foto: Deschamps/Filmwelt

Mölln (pm). Vor 122 Jahren lernten die Bilder laufen, das möchte das Augustinum in dieser Woche gleich zweimal feiern. Am  Doku-Dienstag mit dem Film „Noma“ über das beste Restaurant der Welt und am Mittwoch mit einem Überraschungsfilm.

 

"Noma" ist eine Reise durch das kulinarische Universum von René Redzepi, dessen Kopenhagener Restaurant Noma in den letzten sechs Jahren vier Mal zum besten der Welt gekürt wurde. Wenn man Kochen als Sprache versteht und die Zutaten eines Gerichts als die Worte, die sie formen, dann ist René Redzepi einer ihrer größten Poeten. In Mazedonien geboren und als kleiner Junge mit seiner Familie nach Dänemark gekommen, hat er in den letzten Jahren nichts weniger geschafft als die gastronomische Welt zu revolutionieren. Mit seinem Konzept von „Zeit und Ort“ – „Zeit“ im Verständnis von Jahreszeiten, die die jeweiligen saisonalen Produkte seiner Küche liefern; und „Ort“ mit Blick auf regionale Zutaten aus dem nordischen Raum – hat er eine neue nordische Küche ins Leben gerufen, die heute international gefeiert wird, und für die Menschen aus der ganzen Welt nach Kopenhagen reisen.

Von Seeigeln aus den Gewässern vor der Nordküste Norwegens über fermentierte Stachelbeeren bis hin zu Moosen, Flechten und von Birken gezapftem Wasser ist René Redzepi unentwegt auf der Suche nach neuen Produkten und Wegen, um die natürliche Vielfalt ihrer Region auf köstlichste und ungewöhnlichste Weise auf den Tisch zu bringen. So hat er, der Einwanderersohn, der anfangs für seine Ideen verspottet wurde, dem „Norden“ eine neue kulinarische Identität verschafft.

Auch der zweite Film dieser Woche steht im Zeichen der großen Visionen: Denn am 22. März 1895 lernten die Bilder laufen. Louis und Auguste Lumière organisierten in Paris vor der „Gesellschaft zur Unterstützung des nationalen Handels“ die erste unentgeltliche Vorführung ihres legendären Cinematographen. Dieser Tag gilt Filmhistorikern als Geburtsstunde des Films. Die Idee der beiden innovativen Firmeninhaber fotografischer Produkte aus Lyon beruhte darauf, hintereinander fotografierte Bilder auf Zelluloid mittels Projektor gleichmäßig zu bewegen. Neun Monate nach der Vorführung in der geschlossenen Pariser Handelsgesellschaft fand dann am 28. Dezember 1895 die erste öffentliche Vorführung statt: 20 Minuten lang staunte das Publikum über die gefilmte „Selbstdarstellung der Wirklichkeit“.

Die Entwicklung vom Kinematographen zur Traumfabrik Kino ging rasend schnell. Der Film wurde das Medium des 20. Jahrhunderts. Am Mittwoch, seinem 122. Geburtstag, stellen die Cineasten des Augustinums einen ihrer Favoriten der Kunstgattung Kino vor. Einen der ideenreichsten und dabei unterhaltsamsten und warmherzigsten Filme der letzten Jahre, der kaum bekannt ist - ein unbekanntes Juwel der neueren Filmgeschichte, gezeigt im Rahmen der Filmfestreihe „Ideenreich²“.