Share |

Nusses Jugend hat gewählt

Fotos: Anders

Nusse (aa). Nach Städten und größeren Orten wie Ratzeburg, Schwarzenbek und Wentorf bei Hamburg setzt die 1.000-Seelen-Gemeinde Nusse als bislang kleinste Ortschaft die Kinder- und Jugendbeteiligung in die Tat um. 172 Wahlberechtigte im Alter zwischen acht und 18 Jahren waren heute (20. Juni) im Sportheim am Alten Sportplatz aufgerufen, ihre Stimme abzugegeben beziehungsweise sich als Kandidaten für einen der fünf Plätze in der künftigen Jugendvertretung aufzustellen.

„Ich freue mich, dass ihr so zahlreich erschienen seid. Ich bin positiv überrascht“, begrüßte Nusses Bürgermeister Lars Wunsch etwas mehr als 22 wahlberechtigte Kinder und Jugendliche. Im Anschluss erklärte Hartmuth Weyhe, Vorsitzender des Jugend-, Sport- und Kulturausschuss, das Prozedere der Wahl und was auf die künftigen Jugendvertreter zukommt. „Uns ist wichtig, dass wir in der Gemeindevertretung von euch erfahren, was für euch interessant ist“, sagte Weyhe.

Die Jugendvertretung in Nusse wird für 2,5 Jahre gewählt und hat die Verpflichtung, mindestens vier Mal pro Jahr zu einer gemeinsamen Sitzung zusammenzufinden, einmal pro Jahr eine Jugendversammlung einzuberufen und einmal pro Jahr gegenüber der Gemeindevertretung einen Jahresbericht abzugeben. Darüber hinaus haben die vier Jugendvertreter in der Gemeindevertretung und deren Ausschüssen Rede- und Antragsrecht.

Die Satzung für dieses neue Gremium wurde kürzlich erst beschlossen. Dazu Bürgermeister Wunsch: „Möglicherweise werden wir nochmal nachbessern müssen, für uns ist das ja auch neu.“ Der Gemeinde käme es darauf an, das Miteinander zu stärken. „Ich bin mir sicher, dass wir hier eine gute Basis haben, um die Jugendvertretung auch auf Dauer aufrecht zu erhalten“, sagte Lars Wunsch gegenüber Herzogtum direkt. So sollen auch die Jugendabteilungen der örtlichen Feuerwehr, der Landjugend oder der Sportvereine miteinbezogen werden. „Und es liegt auch mit an der Gemeindevertretung, die Jugend immer wieder miteinzubeziehen“, so Wunsch weiter. Insbesondere, wenn in der Gemeindevertretung Beschlüsse anstünden, die auch die Jugend betreffen, wolle man künftig die Jugendvertretung als beratendes Organ mit hinzuziehen, ergänzte Hartmuth Weyhe.

Rege Beteiligung bei der Wahl zur 1. Jugendvertretung in Nusse.

Das anwesende „Wahlvolk“ war am heutigen Wahl-Sonnabend jedenfalls gleich mit Feuereifer dabei. Problemlos ließen sich zwei Freiwillige finden, die zusammen mit dem Bürgermeister den Wahlvorstand bildeten. Auch die Kandidatenliste füllte sich schnell mit neun wählbaren Kandidaten, die sich zuvor kurz vorstellten. Die vorgetragenen Motivationen zur Kandidatur reichten von „ ..., weil es Bock macht“, über „ …, weil ich etwas Gutes für die Gemeinde tun möchte“, bishin zu „ …, weil ich finde, dass sich in der Gemeinde ordentlich etwas tun muss“.

Bei der anschließend geheimen Wahl mit Stimmzettel und Wahlurne, hatte jeder Wähler drei Stimmen zu vergeben, pro Kandidat aber maximal eine Stimme.

Die meisten Stimmen konnten schließlich
Paula Muswiek
Chris Weyhe
Adrian Kowald
 Hannes Muswieck
und Hans Schons
auf sich vereinigen. Sie werden künftig den Kinder- und Jugendbeirat bilden und der Nusser Jugend als Sprachrohr dienen. 

Die konstituierende Sitzung der Jugendvertretung ist für Donnerstag, 16. Juli, um 18 Uhr vorgesehen.

Redaktionelle Anmerkung: In einer älteren Version des Artikels ist die Einwohnerzahl der Gemeinde Nusse mit 10.000 angegeben. Selbstverständlich hat Nusse nur knapp über 1.000 Einwohner. Wir bitten diesen Tippfehler zu entschuldigen.