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Op Platt: Hunger

Hunger
Dusend Schap sökt op un dal,
 Kahl is allens, rottenkahl.
 Luxuspeer staht vull in`d Freten,
 Harrn wi Schap doch ok een beten!
 Doch de Schäperhund hölt Wach,
 Hölt de dusend Schap in Schach.
Dusend Minschen schreet na Brot,
 Rundümher is Owerflot.
 Un se meent von Rechtenswegen
 Hört ehr ok wat von den`n Segen.
 Doch „Gesetz un Recht“ höllt Wach,
 Höllt de dusend stramm in Schach.
Fleesch genog un Brot so veel,
 Un doch Hunger un Gequäl!
 Oh, wat is dat blot förn Leben,
 Ünner unsen blauen Heben!
 Dusend Minschen schreet na Brot,
 Teihn, de leewt in Öwerflot!
Schap sünd Schap, se staht un blarrt,
 Wenn se slecht behandelt ward.
 Minschen awer, de söllt streben,
 Dat se all`wat hebbt von`n Leben.
 Brot un Botter, Fleesch un Wien
 Söllt för jeden Minschen sien!
Friedrich Schnoor
1919

In den fünfziger Jahren hatte Friedrich Schnoor das Glück jede Woche in der Lauenburgischen Landeszeitung unter seinem Pseudonym „Fiete Lüttenhus“ Geschichten zu veröffentlichen. Darum spielen viele seiner Geschichten auch im Lauenburgischen. Viele dieser Geschichten sind auch als Ebook zu haben. Eine Übersicht finden Sie hier.