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Op platt: Uns Lau’nborg

Foto: HLMS_Jürgen Klemme

As Hamborg stünn in Füür un Rook,
Vo’n Osten allns no’n Westen trock, —
Von Dörp to Dörp, von Stadt to Stadt,
In Lumpen all’, un krank un matt,
Keen Heimat mehr, keen Hus, keen Schüün,
Vertwiefelung in jede Mien,
Dat Hadd so vull, von Sorgen sweer,
De meisten, och, se kunn’ nich mehr!
Bit endlich se keum’n an een’n Ort,
Un as Erleusung klüng dat Wort:
„Lau’nborg!“

Jo, Launborg, du ool Schipperstadt,
Du meuks ehr lichter gliek dat Hadd.
Du, mit dien’n stuur’n Minschenslag,
Se hebbt dat feuhlt den’n ersten Dag,
Un feuhlt dat bit to düsse Stunn,
Hier harrn se wedder’n Heimot funn’n!
Ohn’ Dank, ohn jeden Gotteslohn,
Wat is hier för ehr sorgt un doon!
Un föll de Stadt dat ok woll sweer,
Wo se’d man kunn, se geew dat her,
Dat all’ kunn’n seggen: Hier sünd wi borgen!
So hülpst du dregen ehr de Sorgen,
Lau’nborg!

Du scheune Stadt an’n Elbestrand,
Du Parl von uns Holstenland!
Dor, wo no ool plattdütsche Oort
Man tru noch hölt an Gottes Wort!
Wo alltohop, wat ok mag koom’n,
Mit de in Not, stoht fast tosoom’n,
Di wöllt wi no de slimmen Johrn
Ok wieder nu uns’ Leew bewohrn.
Un möt wi von di wi Afschied nehm’n,
Wölt wi uns unse Troon’n nich schäm’n.
Wi wünscht di denn to’n letzten Mol
Gottssegen veel op di henndool,
Un dusend, dusend, dusend Dank!
Schallt ut dien’n Kirchenglockenklang
Mit in, in unsen Loffgesang
Op di!
Uns’ Lau’nborg!

Friedrich Schnoor 1949

Friedrich Schnoor, ut Hamborg geb.14.02.1879 gest.25.06.1966; in Hamborg, he weer plattdütscher Rezitator (Vordragskünstler) un plattdütscher Schriftsteller, unner sien pseudonym "Fiete Lüttenhus" hett he ok schreeven un in verschiedene Zeitungen hett he siene Geschichten un Riemels veröffentlicht.

Er war in seiner Jugend oft bei seinen Großeltern in Gadebusch oder Kl Hundorf und nachher bei Verwandten in Rhena (Mecklenburg). Im zweiten Weltkrieg wurde er als Werkspolizist im Krümmel (Dynamitwerk) zwangsverpflichtet, da er für die Front schon zu alt war. Mit der Familie zog er dann nach Lauenburg.

In den fünfziger Jahren hatte Friedrich Schnoor das Glück jede Woche in der Lauenburgischen Landeszeitung unter seinem Pseudonym „Fiete Lüttenhus“ Geschichten zu veröffentlichen. Darum spielen viele seiner Geschichten auch im Lauenburgischen. Viele dieser Geschichten sind auch als Ebook zu haben. Eine Übersicht finden Sie hier.