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Premiere: 'Klein Erna' auf großer Bühne im Robert-Koch-Campus

Mölln (pm). Am Dienstag, 16. Januar, um 19 Uhr wollen die Schüler der Theatergruppe "Wahlpflichtunterricht Darstellendes Spiel 9ter Jahrgang“ der Möllner Gemeinschaftsschule den Veranstaltungssaal der ehemaligen Bundeswehr-Verwaltungsschule aus seinem Dornröschenschlaf reißen. Das heißt, nach vielen Jahren wird es dort wieder eine öffentliche Theateraufführung geben.

In Kooperation mit dem Lebenshilfewerk Mölln-Hagenow als „Hausherrin" trauen sich die Schüler, den großen Saal des Robert-Koch-Campus zu bespielen. Die Theatergruppe "Wahlpflichtunterricht Darstellendes Spiel 9ter Jahrgang“ hat dazu eine szenische Revue erarbeitet, in der es um die alten Hamburger Geschichten von „Klein-Erna“ geht. Dieses Stück ist extra für ein älteres Publikum konzipiert, etwas besonderes im Bereich Schultheater. Gleichwohl werden die Geschichten zum Teil in einem neuen Gewand gespielt, sind also behutsam aktualisiert.

Die Theatergruppe von der Möllner Gemeinschaftsschule und ihr Spielleiter Jörg-Rüdiger Geschke sind sehr gespannt, wie die Revue in diesem neu zu entdeckenden Spielort wirken wird und freut sich schon jetzt auf viele Zuschauer bei der Welturaufführung am nächsten Dienstag.

Besetzung
Nele Baumberger: Stimme aus dem OFF, Banker, Kassiererin, Kapitän, Fietje, Verkäuferin
Alexa Behling: Heini
Lena Limberg: Lehrerin, Joggerin, Onkel Emil, Freundin
Lea Dähn: Oma, Elternteil 2, Opa, Abonnentin 1
Marie Laubert: Klein-Bubi, Kind, Frau Kripganz, Person, Frau Meier
Meltem Ceylan: Arzt , Mutter, Beerdigungsunternehmerin
Angelina Kobler: Maler 2, Passantin
Annika Köpcke: Tante Frieda, Abonnentin 2
Kim Luckmann: Erna Pumeier, genannt „Klein-Erna“
Leonie Lüneburg: Erna Pumeier, genannt „Klein-Erna“
Melina Martens: Arzthelferin, Elternteil 1, Gast, Passantin
Julja Eggers: Frau Pumeier
Mariella Hinz: Conférencier, Putzfrau, Freundin

Schnell ins Stück
Ende der 30er Jahre des letzten Jahrhunderts erschienen in einem Hamburger Verlag kleine Büchlein, in denen all die Geschichten von Klein Erna abgedruckt waren, die sich der Hamburger Volksmund seit langem erzählte.

Mit „grausig-dummen Geschichten von Klein-Erna, Klein-Bubi und Familie“ wurde da im Vorwort geworben. Der zweite Band erschien im Winter 1939/40 mit dem Hinweis: „Vor allem auch unsere Soldaten scheinen für Klein-Erna eine besondere Schwäche zu zu haben.“ Die Geschichten und Witze waren also auch eine willkommene Abwechslung vom aufziehenden Weltkrieg.

Der Theaterkurs der 9ten Klassen der Gemeinschaftsschule will die lustige Seite dieser Zeit mit ihrem sehr besonderen Hamburger Humor wieder aufleben lassen und hat über zwanzig der „Ganz dummen Geschichten“ für unsere Zeit und im Hinblick auf ein wohl eher älteres Publikum inszeniert.

Dabei geht es um Kindheit, Schule, immer wieder um hygienische (oder unhygienische?) Verhältnisse, um die Liebe, um Frauenarzt-Besuche, um allerlei Missverständisse und - am Ende - auch um die Vergänglichkeit allen Irdischen, um Trauerfeiern und Friedhofsbesuche in Ohlsdorf - sehr hamburgensisch…

Gut zu wissen
Erna Nissen wurde Anfang des 20. Jahrhunderts in Schleswig-Holstein geboren. Die erste Klein-Erna-Anekdote geht auf ein Missgeschick des jungen Mädchen bei einer Schiffstaufe zurück: Die Sektflasche zerbrach nicht. - Ihre Brüder erzählten diese Geschichte im Club „Alsterpiraten“ und erfanden zusammen mit ihren Clubkameraden immer neue „Klein-Erna-Geschichten“.

Die Schriftstellerin Vera Möllner (1911 - 1998) sammelte später viele der Klein-Erna-Wiitze, illustrierte sie und gab sie ab 1938 als Erzählungen über eine typische
„Hamburger Deern“ heraus.