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'ROSE' - Ein besonderes Theaterstück an einem besonderem Ort

Angela W. Röders gastiert in der Maria-Magdalenen-Kirche in Mustin
Rose ist die Lebensgeschichte einer Jüdin im ausgehenden zwanzigsten Jahrhundert, die Geschichte einer Frau, die Witz, Humor, Weisheit, Geist, Gefühl und Lebenskraft in sich vereinigt. Foto: hfr

Mustin (pm).  „ZUGÄNGE SCHAFFEN“, zu jüdischem Leben, jüdischen Themen ist Auftrag und Titel eines Modellprojektes, welches der Verein Miteinander leben e.V. im Rahmen des Bundesprogramms „Demokratie leben!“ seit 2016 betreibt. Während diese Arbeit schwerpunktmäßig in Schulen der Region stattfindet, in Form von Unterrichtsentwicklungen zu aktuellen Phänomen des Antisemitismus, werden parallel auch unterschiedliche Möglichkeiten und Formate gesucht, Begegnungen mit jüdischen Leben im gesellschaftlichen Kontext zu ermöglichen, mit Angeboten, die möglichst niederschwellig, einladend und nah bei den Menschen sind.

In diesem Sinne bietet sich am Donnerstag, 1. März, um 19 Uhr eine solche Möglichkeit in Mustin, im Rahmen einer Theateraufführung in der Maria-Magdalenen-Kirche. Angela W. Röders wird dort mit dem sehr eingängigen Stück „Rose“ von Martin Sherman gastieren, und eine Begegnung mit jüdischen Leben in ganz vielen Facetten ermöglichen, die an Aktualität kaum zu überbieten ist.

Rose ist die Lebensgeschichte einer Jüdin im ausgehenden zwanzigsten Jahrhundert, die Geschichte einer Frau, die Witz, Humor, Weisheit, Geist, Gefühl und Lebenskraft in sich vereinigt. Rose erzählt vom Untergang der jiddischen Kultur, von der Kluft zwischen liberalen und orthodoxen Israelis und von der Entfremdung zwischen Israelis und Juden aus der Diaspora in der „Alten Welt“. Rose überlebt als einzige in ihrer Familie den Holocaust und nimmt in Amerika tatkräftig am wirtschaftlichen Aufschwung teil. Doch ihr Sohn Abbie wandert nach Israel aus, und ausgerechnet sein Sohn wird eines Tages unter dem Einfluss ultraorthodoxer Siedler ein Palästinenser-Mädchen erschießen, für das Rose Shivá  sitzt. Hier schließt sich der Kreis des Verstehens zwischen früher und aktueller Geschichte. Rose fragt nicht nach Religion, Kultur, nach Bildung und sozialer Herkunft, für sie zählt nur der Mensch und sein Recht auf Würde. Sie fordert nicht den Hass und die Vergeltung, sondern fördert die Liebe in jedem von uns.

Der Hamburger Schauspielerin Angela W. Röders liegt gerade dieses Solostück ob seiner Aussagekraft und seiner eindringlichen Botschaft sehr am Herzen und sie hat sofort begeistert zugesagt, es auch einmal im ländlichen Raum, in der besonderen Atmosphäre einer alten Dorfkirche aufzuführen. Ein Mustiner Freundeskreis hatte diese Idee aufgeworfen und den Kontakt zum Verein Miteinander leben e.V. gesucht, ob dieser im Rahmen des Projektes „ZUGÄNGE SCHAFFEN“ eine solche Aufführung unterstützen könnte. „Wir sind sehr dankbar über diese Initiative, liegt sie doch genau im Fokus unserer Arbeitsgruppe „Antisemitismus in der Mitte der Gesellschaft“ und ihres präventiven Konzeptes „Begegnungen und Austausch mit jüdischem Leben schaffen. Von daher unterstützen wir sehr gern und freuen uns auch auf ein ungewöhnliches Theaterereignis an einem ungewöhnlichen Ort“, sagte Mark Sauer, Vorsitzender des Vereins Miteinander leben.

Der Eintritt zur Aufführung ist kostenlos.