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Rund 230 Menschen demonstrieren gegen Windkraft

Rund 230 Menschen bildeten nahe Seedorf mit Papierbahnen ein 200 Meter großes Windrad. Foto: M-C-S Möllner Computer Service/Maurice Ohldag

Seedorf/Hollenbek (pm/aa). Am gestrigen Sonntag (30. Oktober) trafen sich rund 230 Bürger unweit Seedorfs am Schaalsee. Sie stellten auf einem potentiell ausgewiesenen Windkraftanlagen-Acker ein Windrad (Größe 200 Meter, Durchmesser 160 Meter) mit Papierbahnen dar. Damit demonstrierten sie anschaulich, wie groß eine Windkraftanlage sein kann – und wie nah es an Gebäude im Außenbereich – nämlich bis zu 400 Metern – gebaut werden kann. Zudem wollten die Initiatoren zeigen, dass viele Einwohner des Kreises Herzogtum Lauenburg sich gegen die Ausweisung von Windkraftanlagenflächen in der Region wenden.

Anwesend waren Vertreter von mehr als sieben Bürgerinitiativen aus dem Herzogtum Lauenburg. „Dass wir so viele Menschen aus unserem Kreis motivieren konnten, gegen den Windkraft-Wahnsinn in der Region zu demonstrieren, bestärkt uns in unserer aller Handeln“, so Barbara Kliesch, Vorstand der Bürgerinitiative “Gegenwind vom Schaalsee”, die die Aktion organisiert hat. „Wir hoffen, dass wir mit unserer Aktion den ein oder anderen noch wachrütteln, sich mit dem Thema zu beschäftigen“, wünscht sich Antje Ladiges-Specht, eine der Mitinitiatoren des Events am Sonntagnachmittag. Wichtig sei auch, dass sich die Bürgerinitiativen im Kreis vernetzen und so den Politikern in Kiel demonstrieren, dass es sich nicht um den Widerstand einiger weniger handele.

Foto: Anders

"Wir erklären uns mit den Bürgern hier vor Ort solidarisch. Ich habe hier heute teilgenommen, um zu zeigen, dass die geplanten Standorte in unserem Kreis Menschen und Natur zu wenig berücksichtigen", sagte Horst Soecknick, Bürgermeister aus Walksfelde. "Die Aktion heute war ein starkes Signal an die Landesregierung", ergänzte Wolfgang Tempel aus Klinkrade.

Bei der Veranstaltung waren Vertreter der folgenden Bürgerinitiativen vor Ort: Gegenwind vom Schaalsee, Gegenwind in Krukow, Dörfer gegen WKAs, Bürgerinitiative „Bürger für Lütau“, Bürgerinitiative für Menschen und Umwelt in Walksfelde, Bürgerinitiaven aus Juliusburg und Schnakenberg sowie die Bürgerinitiative aus Sierksrade mit den Dörfern Düchelsdorf, Klinkrade Berkenthin, Bliestorf, Duvensee, Grinau, Groß Weeden, Kastorf, Labenz, Rondeshagen, Siebenbäumen, Steinburg, Stubben und Kühsen. Auch Gäste aus einem anderen Kreis konnten begrüsst werden: aus dem Kreis Bad Segeberg, Naturpark Holsteinische Schweiz kamen Vertreter der Bürgerinitiative Schmalensee.

Die Bürgerinitiative “Gegenwind vom Schaalsee“ ist anlässlich der Ausweisung von Potentialflächen für Windkraftanlagen in der westlichen Schaalsee-Region gemeindeübergreifend am 15. August 2016 gegründet worden (Herzogtum direkt berichtete) und hat mittlerweile mehr als 180 Mitglieder. Die Bürgerinitiative verfolgt vorrangig das Ziel, die Schaalsee-Region als schützenswerte Naturlandschaft innerhalb des Naturparks Lauenburgische Seen für die dort lebenden Menschen und die dort beheimateten und durchziehenden Tiere in ihrem derzeitigen Zustand zu schützen und zu erhalten. Damit ist aus Sicht der Bürgerinitiative jegliche Ausweisung von Flächen für den Bau von Windkraftanlagen unvereinbar und müsse dauerhaft aufgehoben und verhindert werden.