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Stiftungsland Duvenseebach: Neue Lebensräume für Neuntöter, Frosch und Co

Auf einem Hektar ehemaligen Ackerland soll hier innerhalb von zwei Jahrzehnten von selbst ein Wald entstehen. Fotos: Anders

Duvensee (pm/aa). Die Ausgleichsagentur Schleswig-Holstein legt im Naturschutzgebiet „Ritzerauer  Hofsee und Duvenseebachniederung bei Kühsen, Kreis Herzogtum Lauenburg, 90 Meter Knick und ein neues Kleingewässer für Amphibien an.  Ziel der Naturschützer ist es, bedrohten Arten, wie Erdkröte, dem Grasfrosch, Teich- und Kammmolch eine neue Heimat zu geben. Zudem profitieren viele selten gewordenen Vogelarten, wie zum Beispiel der Neuntöter, die Goldammer und Dorngrasmücke von diesem neuen Lebensraum.

Das Artenschutzprojekt wurde von der Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein geplant und von der Ausgleichsagentur finanziert. Bei dem Knick handelt es sich um  eine so genannte Ausgleichsmaßnahme. Wer durch Bebauung in die Natur und  Landschaft eingreift muss nach Bundesnaturschutzgesetz einen Ausgleich, ein neues Stück intakte Natur, an anderer Stelle schaffen. Gerrit Wehrhan, Projektmanager der Ausgleichsagentur Schleswig-Holstein, und  Bernd Struwe-Juhl, Flächenmanager der Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein,  erläuterten gestern (15. Februar) die Hintergründe und Bedeutung des Artenschutzprojektes.

„Wir haben die Fläche vor einigen Jahren erworben“, wie Bernd Struwe-Juhl, Flächenmanager bei der Stiftung Naturschutz Schleswig- Holstein, bei der Ortbesichtigung gegenüber Presse, Revierförster Eckhard Kropla, Bodo Koch (Untere Naturschutzbehörde) und Duvensees Bürgermeister Hans-Peter Grell erläutert. Die etwa einen Hektar große Fläche liegt an der L199 zwischen Kühsen und Duvensee, umrahmt von einem kleinen Wäldchen der Stiftung, einem zu Stadtwald Lübeck gehörenden Wald sowie einem Bach. Die letzte noch offene Seite des Areals soll mit dem Knick geschlossen werden.

Ein Bagger hebt für den Knickwall aktuell etwa 200 Kubikmeter Erde vor Ort aus. Gebaggert wird nur noch zur Lehmschicht im Erdreich, damit in dem dann vorhandenen Loch im Boden ein Tümpel entstehen kann. Die Bepflanzung des Knickwalls, eine Ausgleichsmaßnahme für einen B-Plan in Groß Grönau, erfolgt dann im Laufe des Jahres. Der Knick bildet dann einen sicheren Transitkorridor für die Tiere des kleinen Wäldchens an der L199 und dem in etwa 100 Meter Abstand dahinter liegendem Stadtwald.

Bernd Struwe-Juhl (re.), Flächenmanager bei der Stiftung Naturschutz Schleswig- Holstein, deutet den Anwesenden die Ausmaße des Knickwalls an, der das im Hintergrund liegende Stiftungswäldchen mit dem nahelegenen Stadtwald verbinden soll.

Die ein Hektar große Grünland- und ehemalige Ackerfläche soll sich übrigens von selbst bepflanzen. Die Naturschützer gehen davon aus, dass sich hier schnell sogenannte Pionierbaumarten wie zum Beispiel Hasel und Birke niederlassen werden. Die so entstehenden Gehölzinseln verbinden sich dann nach und nach.  Struwe-Juhl: „In 20 Jahren haben wir dann unseren Wald.“

Hintergrund

Die Ausgleichsagentur – 100-prozentiges Tochterunternehmen der Stiftung Naturschutz  Schleswig-Holstein – sieht sich als Dienstleisterin an der Schnittstelle zwischen Vorhabenträgern und Behörden, die Naturschutzauflagen festlegen, wenn Bauherren Eingriffe in den  Naturhaushalt vornehmen. Von den oben beschriebenen gesetzlich verpflichtenden Ausgleichs-Maßnahmen profitieren nicht nur die Natur, sondern auch die Bauherren. Damit  wird gleichzeitig der Flächenbedarf minimiert, da der Ausgleich auf dem Flächenbestand der  Stiftung Naturschutz stattfindet und keine weiteren Flächen in Anspruch nimmt.  Mehr Informationen unter www.ausgleichsagentur.de.