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Traumapädagogik in Kindertagesstätten und Familienzentren

Regionales Trauma-Netzwerk für Geflüchtete stellt Projekt TiK vor
Foto: hfr

Herzogtum Lauenburg (pm). Die Kreis-Koordinierungsstelle zur integrationsorientierten Aufnahme von Flüchtlingen (KosiA) hat auf ihrem 2. Netzwerktreffen in Schwarzenbek das Projekt "Traumapädagogik in Kindertagesstätten und Familienzentren" (TiK-SH) in den Mittelpunkt seiner Arbeit für Geflüchtete gestellt. Dabei handelt es sich um ein landesweit agierendes Projekt dreier Träger, was es so in der Bundesrepublik bislang noch in keinem anderen Bundesland gibt.

Projektleiter Franz Schneider vom Trägerverein Wendepunkt e.V. aus Elmshorn  stellte das Projekt TiK vor und erklärte die drei unterschiedlichen Angebote, die kostenlos für alle Fachkräfte in den Kindertagesstätten und Familienzentren vorgehalten werden. "Zum einen bieten wir traumapädagogische Beratung in den Einrichtungen vor Ort an", so Schneider. "Zum anderen können wir den Mitarbeitenden auch eine Qualifizierung durch Fortbildung sowie die Möglichkeit zur Supervision anbieten", informiert Schneider weiter. Die Fortbildungen finden dann direkt in der jeweiligen Kita oder Familienzentrum (eintägig) vor Ort oder als drei- bzw. neuntägige Schulungen im vereinseigenen Fortbildungszentrum in Elmshorn statt. Die Kosten für alle Angebote sind noch bis zum 31.12.2018 durch eine Landesförderung abgesichert. "Wir wünschen uns natürlich eine Fortsetzung dieses wichtigen und bislang einzigartigen Projektes über diesen Zeitraum hinaus", so Andreas Bockholt im Namen aller Netzwerkteilnehmer. Hintergrund ist die Tatsache, dass in den nächsten Jahren vermehrt auch Kinder aus Familien mit Flucht- und Kriegserfahrungen in die Kindertageseinrichtungen kommen werden.

Der Begleitausschuss unter Leitung von Krystyna Michalski (PARITÄTISCHER) und Andreas Bockholt (KosiA) hatte für die 30 anwesenden Netzwerkmitglieder auch noch einen Kurzvortrag zu den Fachbegriffen "Psychotherapie und Psychiatrie" vorbereitet. Shamin Tabari-Schimpf (Psychotherapeutin i.A.) machte deutlich, dass es bereits für inländische Personen sehr schwierig sei, den genauen Unterschied zwischen diesen beiden Begriffen zu definieren. "Wie soll denn erst ein Geflüchteter, der durch Krieg, Folter und Fluchterfahrungen leidet, das alles verstehen?", fragte sie in die Runde. Netzwerkmitglied Stefan Schlüter, praktizierender Heilpraktiker auf dem Gebiet der Psychotherapie, stellte die unterschiedlichen Begriffe mit den dazugehörigen Ausbildungswegen daher noch einmal anschaulich in einer Übersicht dar.

Das Netzwerk wird sich erst wieder nach der Sommerpause am 15. November (Terminverschiebung!) um 15 Uhr in Geesthacht treffen.

Aufgabe des Trauma-Netzwerkes ist es, für alle in der Flüchtlingsarbeit tätigen Menschen eine Anlaufstelle für Informationen, Beratung und Hilfe zu bieten. Angesprochen sind haupt- und ehrenamtlich engagierte Mitarbeiter und Helfer, Ärzte, Psychotherapeuten und Kliniken, Dolmetscher sowie die Aktiven in den Beratungs- und Anlaufstellen der Wohlfahrtsverbände.