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Und als nächstes ein Spiel: Mit der eigenen Softwareschmiede zum Traumjob

Seit vielen Jahren beschäftigt sich der mittlerweile 19-jährige Nicolas Hollmann aus Kastorf mit dem Programmieren von nützlichen Apps bis hin zu kleinen Spielen. Nun hat er ein Softwaretool für Kleintierhalter entwickelt. Unter dem Namen „Kleintierzucht“ soll die App dazu animieren, Daten wie Größe, Gewicht und Fellfarbe zu erfassen.

„Ursprünglich war da der Gedanke, das Gewicht von unseren Kaninchen zu archivieren. Beim Tragen merkte ich, dass sie immer schwerer werden, und dachte, außer dem Gewicht kann man ja noch mehr erfassen“, erinnert sich Nicolas. Gesagt, getan. Nun ist die App bereits seit einiger Zeit im Appstore von Appel und in Kürze auch im Playstore von Google als kostenpflichtiger Download zu haben. Rund 4,50 Euro muss der geneigte Smartphonebesitzer einmalig zahlen, bekommt dafür aber auch einiges geboten. So lassen sich unter anderem Name des Tieres, Geschlecht, Geburtstag, Gewicht und Ausgaben für den Tierarzt eintragen und ein Foto dazustellen. Die Entwicklung des Gewichts lässt sich dann als Diagramm darstellen und wer über die Zeit mehrere Generationen erfasst und jeweils auch das Vater- und Muttertier eingetragen hat, kann sich sogar einen Stammbaum anzeigen lassen. „Als App auf dem Handy geht die Erfassung solcher Daten viel schneller von der Hand als auf dem PC“, sagt der 19-Jährige. Das Programm sei für Züchter genauso interessant wie für Haustierhalter. Weiter hofft er, dass in nächster Zeit zahlreiche Personen seine App ausprobieren und ihm eine Rückmeldung geben. Denn die Entwicklung muss noch nicht abgeschlossen sein, die App sei noch erweiterbar.

Doch die App „Kleintierzucht“ ist nicht das erste Projekt des Kastorfers. In den vergangenen Jahren hat er bereits weitere Apps, teils im Team mit anderen, teils allein, erfolgreich veröffentlicht. So trat er im Sommer 2014 bereits in der Regionalpresse in Erscheinung. Als Extraarbeit im Geschichtsunterricht hatte er mit einem damaligen Mitschüler an der Gemeinschaftsschule Lauenburgische Seen eine App für das Museum „Grenzhus“ in Schlagsdorf entwickelt (Herzogtum direkt berichtete).

„Aber mein eigentliches Ziel ist die Spielprogrammierung“, verrät  Nicolas Hollmann und man sieht ein freudiges Funkeln in seinen Augen. Auch hier ist er bereits kein unbeschriebenes Blatt mehr. Zu nennen sind hier zum Beispiel die kostenfreie App „Hexake“. „Ähnlich wie das Spiel ‚Snake‘, nur mit Sechsecken“, beschreibt Nicolas. „Massivedown“ ist hingegen ein Geschicklichkeitsspiel. „Ich habe im Prinzip die ganze Zeit weiterprogrammiert“, erklärt er rückblickend.

Dass das Programmieren mehr als ein Hobby für Nicolas ist, hat auch sein Vater erkannt. Dieser gründete vor rund zwei Jahre für seinen Sohn die „Screenray Studio Unternehmergesellschaft“. Wahrscheinlich die einzige Softwareschmiede in Kastorf. Sein eigener Youtube-Kanal „Entwicklerpages“ hat sogar schon stolze 1.200 Abonnenten.

Und wie geht‘s weiter? Da hat sich der junge Softwareentwickler ein ehrgeiziges Ziel gesetzt. Nicolas: „Das nächste Projekt in der Planung ist ein Computerspiel – Echtzeitstrategie“. Die Herausforderung wird dann sicher auch darin liegen, dafür genügend Zeit aufzubringen beziehungsweise das Angenehme mit dem Nützlichen zu verbinden. Denn er ist seit Oktober diesen Jahres Student an der Fachhochschule in Wedel. Welche Fachrichtung? Natürlich „Computerspielentwicklung“.

Weitere Infos unter http://screenray-studio.com.

Der Youtube-Kanal ist unter https://www.youtube.com/user/Entwicklerpages zu finden

Dieser Beitrag stammt aus "Unser Herzogtum", Ausgabe 9, erschienen im Dezember 2017. Das komplette Heft gibt es auch kostenfrei unter www.unserherzogtum.de zu lesen.