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Von Pferden und Menschen: Über das 'Fehler machen', auch im Pferdetraining

Foto: Anders

Man fragt sich ja häufiger mal, ob man Fehler machen darf oder sollte, so ganz grundsätzlich. Fehler sind oft peinlich und doof, keiner will sie, aber alle machen sie. Was ist denn nun die Chance von so einem Fehler, wenn man überhaupt von Chance sprechen kann?

Es ist die aberwitzige Idee oder Vorstellung aus Fehlern zu lernen, um dann hinten raus besser zu werden, wobei auch immer. Und ist es nicht so, dass dies möglicherweise nur ein Versuch ist, die eigenen Fehler zu rechtfertigen, zu legitimisieren? Gibt es dieses Wort überhaupt?

Oh, ein Schreibfehler, möglicherweise gibt es dieses Wort gar nicht. Ein schrecklich grausamer Schreibfehler hat sich eingeschlichen und Sie alle, die diesen Text lesen, werden ihn bemerken und möglicherweise sogar annehmen, ich wäre der deutschen Sprache nicht mächtig. Hoffentlich sind nicht noch weitere Schreib- oder Wortfehler in dem Text vorhanden.

Oder Sie könnten annehmen, dass ich zu blöde bin, so ein einfaches Rechtschreibkorrekturprogramm oder ähnliches zu benutzen, was ja heutzutage auf jedem Computer zu finden ist, mag er auch noch so günstig sein.

Oder noch viel schrecklicher, Sie könnten vermuten, ich habe gar kein Rechtschreibkorrekturprogramm und muss auf einer Schreibmaschine schreiben, weil ich mir einen Computer nicht leisten kann. Sie würden dann also glauben, ja quasi glauben müssen, dass meine Arbeit als Pferdetrainer und Coach so schlecht ist, dass mich eben niemand bucht und ich mir deshalb keinen Computer leisten kann. Und bald würden Sie dann von so einer unfähigen Person auch keine Texte mehr lesen wollen.

Das entscheidende an so einem Fehler ist häufig ja gar nicht, dass er gemacht wurde, sondern vielmehr was man aus ihm macht, wenn er schon mal da ist. So wird aus einem Fehler schnell der zweite und so weiter. Aber das entscheidet jeder für sich selbst.

Ich möchte ihnen Mut machen, Fehler zu machen. Denn sie bedeuten Weiterentwicklung und Wachstum, unter der Voraussetzung zu reflektieren, was passiert ist, sich Quasi für den Fehler zu öffnen, ihn ganz genau anzuschauen, nicht unbedingt mit den Augen des unbarmherzigen Richters, vielleicht eher mit dem Blick des liebenden Herzens, das die Chance hinter dem Fehler wahrnehmen kann.

Oh, nun hab ich gar nichts über das Fehlermachen im Pferdetraining geschrieben. Vielleicht auch ein Fehler? Vielleicht aber auch nicht.

Bereits erschienen: 

Teil 1: Sind Pferde die besseren Menschen?

Teil 2: Viele gute Gründe Ihr Pferd zu putzen

Teil 3: Können Pferde eigentlich trauern?