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Waldzustandsbericht 2016: Schleswig-Holsteins Wälder weiter in stabilem Zustand

Foto: Anders

Kiel (pm). Schleswig-Holsteins Wäldern sind weiter in einem stabilen Zustand. Das zeigt der aktuelle Waldzustandsbericht. "Gerade für ein waldarmes Land wie Schleswig-Holstein ist es wichtig, dass es den Wäldern gut geht. Wälder sind nicht nur ein wichtiger Lebensraum für Tiere und Pflanzen, sondern sie bieten uns Raum für Erholung. Obendrein haben sie auch eine wirtschaftliche Funktion", sagte Umweltminister Robert Habeck. "Ziel der Landesregierung ist es, den Wald in seiner Vielfalt zu erhalten, ihn robuster gegen klimatische Veränderungen zu entwickeln und durch abgestimmte forstliche Maßnahmen naturnah und nachhaltig zu bewirtschaften."

Wie es den Wäldern geht, zeigt sich im Wesentlichen an der sogenannten mittleren Kronenverlichtung – dem Indikator für den Gesundheitszustand der Bäume. Dem Bericht zufolge liegt das Kronenverlichtungsniveau seit fünf Jahren konstant bei 16 Prozent – und damit insgesamt deutlich unter dem Wert des Jahres 2004, in dem der höchste Wert im Beobachtungszeitraum (24 Prozent) erreicht wurde.

Auch für die einzelnen Baumartengruppen waren 2016 keine nennenswerten Änderungen gegenüber dem Vorjahr festzustellen. Die Witterungsbedingungen in diesem Jahr waren für das Wachstum und die Laubentwicklung der Waldbäume günstig und Schäden durch Insekten und Pilze sind (mit Ausnahme des Eschentriebsterbens) nur im geringen Umfang aufgetreten. Auch der Anteil starker Schäden blieb stabil, die Absterberate war 2016 unterdurchschnittlich.

Der Stichprobe zufolge ergibt sich in Schleswig-Holstein für die Buche ein Anteil von 25 Prozent, die Fichte ist mit 17 Prozent, die Eiche mit 14 Prozent und die Kiefer mit 6 Prozent auf den Flächen vertreten. Die anderen Laub- und Nadelbäume nehmen zusammen einen Anteil von 38 Prozent ein.

Die Ergebnisse der Waldzustandserhebung zeigen einen deutlichen Alterstrend: Die mittlere Kronenverlichtung der über 60jährigen Waldbestände liegt mit 21 Prozent mehr als doppelt so hoch wie die der jüngeren Waldbestände (8 Prozent).

Bei den Laubbaumarten Buche und Eiche haben sich die Kronenverlichtungswerte im Erhebungszeitraum deutlich erhöht. Die Entwicklung der Kronenverlichtung der älteren Buche ist durch starke Schwankungen gekennzeichnet, in diesem Jahr beträgt die mittlere Kronenverlichtung 24 Prozent. Höchstwerte der Kronenverlichtung wurden hier in den Jahren 2000 und 2004 (38 Prozent) ermittelt. Diese Entwicklung ist mit beeinflusst durch die Fruchtbildung der Buche.

Der Verlauf der mittleren Kronenverlichtung der älteren Eiche (2016: 23 Prozent) wird durch die Populationsdynamik der Eichenfraßgesellschaft mitbestimmt. Bei der älteren Fichte wird seit Beginn der Zeitreihe der Waldzustandserhebung ein anhaltend hoher Verlichtungsgrad festgestellt. Der höchste Wert wurde 2006 ermittelt (37 Prozent). Mit einer mittleren Kronenverlichtung von 22 Prozent wird in diesem Jahr der niedrigste Wert in der Zeitreihe erreicht.

Die ältere Kiefer zeigt im Beobachtungszeitraum ebenfalls Schwankungen, 2004 war die mittlere Kronenverlichtung am höchsten (27 Prozent). Zurzeit sind die Verlichtungswerte niedriger (2016: 18 Prozent). Im Jahr 2016 liegt die mittlere Kronenverlichtung der anderen Laub- und Nadelbäume (alle Alter) bei 15 bzw. 8 Prozent.

Der Waldzustandsbericht 2016 ist hier verfügbar.