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Zu Besuch bei den Heckrindern

Die 2,5-stündige Wanderung führte in das Gebiet, in dem die Tiere des Vereins ‚Rindergilde Stecknitz‘ leben und als natürliche Landschaftspfleger wirken. Fotos: Rindergilde Stecknitz

Anker (pm). In Kooperation mit der Integrierten Station im Möllner Uhlenkolk hatte die Rindergilde Stecknitz zur ersten Wanderung über Feld und Wiese eingeladen. Rund zehn wissbegierige Teilnehmer fanden sich so sonntags um 10 Uhr bei bestem Wetter ein, um die Ausführungen des ersten und zweiten Vereinsvorsitzenden, Bernhard Hub und Klemens Löwenkamp, zu lauschen.

Die 2,5-stündige Wanderung führte in das Gebiet, in dem die Tiere des Vereins ‚Rindergilde Stecknitz‘ leben und als natürliche Landschaftspfleger wirken. Denn das sei vornehmliches Ziel des im Dezember 2015 gegründeten Vereins – die Pflege von Naturschutzfläche und Artenvielfalt. Quasi Mittel zum Zweck sind hierbei die extensive Beweidung dieser Flächen durch Rinder und Schafe.

Beim Betreten der ersten Weide war schon von weitem eine Herde Heckrinder samt Nachwuchs zu sehen. Die Heckrinder beeindruckten mit ihren langen und nach vorn gekrümmten Hörnern. Doch die Heckrinder sind eine außerordentlich friedliche Art. Sich ihrer eigenen Gefährlichkeit nicht bewusst, behielten sie stets penibel einen Sicherheitsabstand von mindestens 100 Meter zu der Wandergruppe ein. Die Rinder des Vereins stehen ganzjährig auf den Weiden und bekommen auch hier den Nachwuchs, der sofort in die Herde integriert wird. „Das, was sie brauchen, haben sie hier auf der Fläche“, erklärte Hub. Die Rinder könnten sich aussuchen, wonach ihnen gerade ist. Und auf der Weide wächst so einiges. Das läge laut Klemens Löwenkamp daran, dass der Mensch aktuell nicht mehr eingreife. Man würde die Flächen mit Absicht sich selbst und den Rindern überlassen, damit sich auch andere Tierarten entwickeln können. Durch die Hufe der Rinder entstehen Trittstellen mit offenen Mineralböden, die für viele Käfer- und Vogelarten notwendig sind.

Sehen gefährlich aus, sind aber sehr scheu und bleiben auf Abstand: Die Heckrinder der Rindergilde Stecknitz.

So war beim Gang über die Wiesen einiges zu entdecken, wie zum Beispiel Wicken, Disteln, Klatschmohn (Pflanze des Jahres), Blutmohn, Klee und Sauerampfer. Diese Vielfalt an Pflanzen, so war zu lernen, locke wieder mehr Insektenarten an. Diese wiederum dienen als Nahrungsquelle von selten gewordenen Vögeln wie Rot- und Schwarzmilan, Braunkehlchen und Dornengrasmücke.

Weitere Information zur ‚Rindergilde Stecknitz‘ ist unter www.rindergilde-stecknitz.de zu finden.